Nach Zalando und Rocket Internet steht in Deutschland bereits der dritte Börsenkandidat aus der Internet-Branche in den Startlöchern. Der Online-Marktplatzbetreiber Scout24 wolle seinen Börsengang bereits im Oktober ankündigen, kurz nach der Erstnotiz von Rocket Internet, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Scout-24-Aktie könnte dann im November an der Börse gelistet werden. Das Unternehmen bestätigte die Pläne grundsätzlich. «Die Scout-24-Gruppe prüft gemeinsam mit ihren Gesellschaftern einen möglichen Börsengang», hiess es in einer Mitteilung. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht.

25 Prozent an die Börse

Die Eigner von Scout 24, die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone sowie die Deutsche Telekom, wollten etwa 25 Prozent der Anteile an die Börse bringen, hiess es in den Finanzkreisen. Damit könnte die Emission ein Volumen von 500 bis 700 Millionen Euro haben.

Hellman & Friedman (H&F) und Blackstone hatten erst zu Jahresbeginn 70 Prozent an Scout 24 für zusammen 1,5 Milliarden Euro von der Deutschen Telekom gekauft, die mit 30 Prozent beteiligt blieb. Die neuen Miteigentümer wollen Scout 24 auf die Internet-Börsen für Immobilien (Immobilienscout 24) und Autos (AutoScout 24) ausrichten. Der Firmenwert wird auf mindestens zwei Milliarden Euro taxiert.

Dass Finanzinvestoren sich so schnell wieder von einem Teil ihres Unternehmens trennen, ist ungewöhnlich. In Finanzkreisen hiess es, H&F und Blackstone wollten mit der Börsennotiz eine «Währung» für weitere Firmenzukäufe schaffen und risikobereiten Investoren die Gelegenheit geben, früh bei Scout24 einzusteigen. Reuters hatte bereits im Juli erfahren, dass Scout 24 die Banken Goldman Sachs und Credit Suisse zur Vorbereitung eines Börsengangs engagiert hatte.

(reuters/chb)