Die Wettbewerbskommission (Weko) büsst die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) mit 1,88 Millionen Franken. Die SDA habe mehreren Medienunternehmen Exklusivitätsrabatte gewährt und dadurch ihre Konkurrenz im Wettbewerb behindert, urteilt die Weko. Das Verfahren habe durch eine einvernehmliche Regelung abgeschlossen werden können, heisst es am Dienstag in einer Weko-Mitteilung.

Die SDA habe von Ende 2008 bis Anfang 2010 mit ausgewählten Medienunternehmen aus der Deutschschweiz Abonnementsverträge mit Exklusivitätsrabatten abgeschlossen, heisst es weiter. Diese Rabatte seien an die Bedingung geknüpft gewesen, dass diese Medien den News-Basisdienst ausschliesslich von der SDA bezogen und nicht gleichzeitig den entsprechenden Dienst von AP Schweiz abonnierten.

Wettbewerb behindert

Durch die Gewährung von Exklusivitätsrabatten habe die nationale Nachrichtenagentur der Schweiz ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht und ihre damalige Konkurrentin AP Schweiz in unzulässiger Weise im Wettbewerb behindert, argumentiert die Weko Die AP Schweiz stellte Anfang 2010 ihr Aktivitäten ein, seither biete nur noch die SDA einen News-Basisdienst für Schweizer Medien an.

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Den Angaben zufolge verpflichtet sich die SDA, mit ihren Kunden keine Exklusivbezugsvereinbarungen mehr abzuschliessen. Darüber hinaus werde die SDA ein transparentes Rabattsystem anwenden sowie den verschiedenen Medien diskriminierungsfreien Zugang zu ihren Diensten gewähren. Damit solle sichergestellt werden, dass die SDA alle Medien in der Schweiz gleich behandle und so den Wettbewerb auf den nachgelagerten Medien- und Werbemärkten nicht verfälsche.

SDA bestreitet Kritik

Die SDA ihrerseits begrüsste die einvernehmliche Einigung mit der Weko nach einem über vier Jahre dauernden Verfahren. Die Agentur habe jedoch aus ihrer Sicht nie ihre Marktstellung missbraucht. Die von der Weko vorgebrachten Kritikpunkte erachte die SDA entweder als vollständig unzutreffend oder als im Ausmass nicht relevant.

Sie bedauere, dass die Weko die Rolle der Agentur in der Schweizer Medienlandschaft nicht berücksichtigt habe. Die SDA liefere seit jeher zu gleichen Preisen einen Dienst in drei Landessprachen. Kostendeckend arbeite jedoch nur der deutschsprachige Dienst.

Rückstellungen liegen bereit

Die SDA hatte bereits in ihrer Jahresrechnung 2013 entsprechende Rückstellungen für die voraussichtlichen Verfahrens- und Sanktionskosten getätigt; unter «sonstige Rückstellungen» wurden gemäss Geschäftsbericht 2,12 Millionen Franken verbucht. Daraus resultierte ein stark negatives Konzernergebnis von 1,24 Millionen (Vorjahr Gewinn von 0,73 Millionen).

Die Schweizerische Depeschenagentur hält 50 Prozent an der AWP Finanznachrichten AG.

(awp/gku)