Das World Economic Forum (WEF) von Ende Januar in Davos hatte mit dem Leitsatz «Die Welt nach der Krise gestalten» die Latte hoch gelegt - und mehr Fragen als Antworten geliefert, so der Tenor vieler Teilnehmer. Nicht Unternehmer und Manager dominierten das internationale Medienbild, sondern Staatsmänner und Minister.

Weniger Politik, mehr Wirtschaft

Das Swiss Economic Forum (SEF) von Mitte Mai in Thun will den Fokus mehr auf die nationale Wirtschaft denn auf die globale Politik richten. Auf Anfrage der «Handelszeitung» erklärt Peter Stähli, CEO des SEF, allerdings: «Bei der aktuellen Wirtschaftslage, wenn man dieser überhaupt noch so sagen kann, ist es aus unserer Sicht klar, dass Politik und Wirtschaft wieder näher zusammenrücken.»

Trotzdem nimmt das Schweizer Wirtschaftsforum eine andere Optik ein, wie der Organisator ausführt: «Aus der Sicht der KMU - und als dessen Stimme sieht sich das SEF - ist es wichtig, dass das Pendel jetzt nicht zu weit schwingt. Die Rahmenbedingungen für das Unternehmertum in unserem Land dürfen sich nicht verschlechtern.»

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Die Herausforderungen infolge der Krise werden vertieft diskutiert. «Wir haben bewusst zwei neue Programmformate entwickelt, die sich der strategischen und operativen Unternehmensebene innerhalb und ausserhalb der Firmen widmen, sagt Stähli, «dazu werden Unternehmerpersönlichkeiten und Wirtschaftsexperten zu Wort kommen. Spannend werden sicher auch Beispiele von Betrieben, die sich in der Krise behaupten oder sogar davon profitieren.»

Der SEF-CEO ergänzt: «Natürlich werden wir auch die internationalen Märkte thematisieren. Die Schweiz hat heute einen Exportanteil von 55% des BIP. Über 60% der Exporte gehen in die EU. Wir wollen unseren 1200 teilnehmenden Entscheidungsträgern der Schweizer Wirtschaft auch in diesem Bereich neuste Informationen liefern und neue Impulse geben.»

«ReThink!» lautet die SEF-Devise

Das 11. SEF am 14. und 15. Mai 2009 steht unter dem Motto «ReThink!» und widmet sich der Trilogie «Werte, Regeln, Vertrauen», die laut den Organisatoren die Basis für einen nachhaltigen Erfolg bildet. Noch ist die Liste der Keynote-Referenten nicht komplett, weil sie möglichst aktuell gehalten werden soll, doch bereits zeichnen sich ein paar Höhepunkte ab, etwa Fred Kindle (Partner bei Clayton, Dubilier & Rice) und Peter Kurer (Verwaltungsratspräsident der UBS). Eröffnet wird das SEF voraussichtlich von Finanzminister und Bundespräsident Hans-Rudolf Merz.