Für einmal waren die Männer an einem Wirtschaftsanlass in der Minderheit. Ein paar Quotenmänner wagten sich trotzdem an die Party der Wirtschaftsfrauen. Eben Komiker wie Viktor Giacobbo. Rund 400 Frauen nahmen am zehnjährigen Jubiläum des Verbandes teil. Darunter SP-Ständerätin Anita Fetz, eine der Gründerinnen. Selten konnte man an einem Wirtschaftsanlass so selbstbewusste Frauen antreffen. Doch die Damen zeigten sich auch kämpferisch. Sie wollen Lohngleichheit, flächendeckende Kinderbetreuungsmodelle und bessere Arbeitszeitmodelle durchsetzen. Die neue Präsidentin des Verbandes, Clivia Koch, kritisierte in ihrer Rede, dass nur 4% der Geschäftsleitungsmitglieder weiblichen Geschlechts sind. «Frauen fehlen die weiblichen Vorbilder, sie pflegen einen anderen Führungsstil als Männer, packen Probleme auf eine andere Art an und werden so häufig von Männern missverstanden oder nicht ernst genommen.»

Bundesrätin Micheline Calmy-Rey musste ihre Ansprache zur Enttäuschung vieler absagen. Dafür sprang Botschafterin Yvonne Baumann ein. Die zurücktretende Präsidentin der Wirtschaftsfrauen ,Astrid van der Haegen, CEO der Suonix Music Group, meinte, dass es Frauen selbst in der Musikbranche schwerer haben. Doch Frauen können auch bestimmend sein, wenigstens hinter den Kulissen. So erzählte Podiumsteilnehmerin Prisca Bezzola, Geschäftsführerin Amag Retail, ihre Beobachtungen beim Autoverkauf. «Wenn die Frau nicht will, gibt es kein neues Auto.» Immerhin.