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Untersuchung
Selektive Distribution: Weko prüft Uhrenfirmen

Swatch-Chef Nick Hayek: Swatch führte vor zehn Jahren eine selektive Distributionspolitik ein. Keystone

Swatch, Richemont und andere Hersteller von Uhren liefern Uhrenersatzteile nur noch an ausgewählte Firmen. Die Weko erwägt nun eine Prüfung, ob diese Politik rechtmässig ist.

Veröffentlicht am 11.08.2017

Die Wettbewerbsbehörde (Weko) erwägt eine Untersuchung wegen restriktiver Lieferungen für Ersatzteile der Uhrenhersteller an unabhängige Uhrmacher. «Wir haben Klagen von unabhängigen Uhrmachern erhalten, die keinen Zugang mehr zu Ersatzteilen haben», sagte der stellvertretende Weko-Direktor Patrik Ducrey am Donnerstag der Nachrichtenagentur sda und bestätigte damit einen Bericht der Agentur Reuters.

Auch Kunden hätten sich beklagt, dass sie ihre Uhren nicht da reparieren lassen könnten, wo immer sie wollten. «Wir machen derzeit vorläufige Abklärungen, um zu sehen, ob es Hinweise gibt, dass die Uhrenindustrie den Zugang unabhängiger Uhrmacher zu Ersatzteilen unrechtmässig einschränkt», sagte Ducrey. Die Entscheidung, ob eine Untersuchung eröffnet wird, dürfte diesen Herbst fallen.

Sanktionen möglich

Welche Folgen dies für die Uhrenhersteller hat, ist ungewiss und hängt von der Stossrichtung der Untersuchung ab. Sollte die Weko den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung feststellen, wären Sanktionen möglich. In jedem Fall würde eine Untersuchung aber den Druck auf die Grossen der Branchen wie Swatch, Richemont und die unabhängige Rolex erhöhen, Ersatzteile auch unabhängigen Uhrmachern wieder zugänglich zu machen.

Während die Hersteller von Markenuhren auf dem Standpunkt beharren, nur ihre akkreditierten Reparaturzentren könnten den Kunden beste Qualität und Service bieten, sagen unabhängige Uhrmacher, sie seien billiger und oft schneller. Kunden sollten zudem selbst entscheiden können, wo sie ihre Uhr warten oder reparieren lassen.

(sda/ise/cfr)

 

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