Trotz steighenden Börsenkursen wird Sergio Ermotti nicht gleich euphorisch. «Auf kurze Frist bin ich Realist», sagte UBS-Chef am Dienstag auf einer Investorenkonferenz in New York. Das, was er jeden Tag von Kunden höre, biete keinen Grund diese Sicht zu ändern, sagte er. Gerade reichste Kunden würden weiterhin vorsichtig agieren.

Der beste Beweis dafür sei, dass die gut betuchten Kunden immer noch substanzielle Teile ihres Vermögens auf Bankkonten hielten und nicht in andere Anlageformen umschichten. Mit Kundengeld auf Konten verdienen Banken allerdings deutlich weniger als wenn es in Wertpapiere investiert wird.

Kosten und Risiken kontrollieren

Kurzfristige Markttrends dürften die Handelsaktivitäten zwar zeitweise beleben. Was aber noch ausstehe, seien eine merkliche Verbesserung beim Kundenvertrauen und eine Veränderung im Anlageverhalten. «Bis das kommt, gibt es keinen Raum für Nachlässigkeit oder Wunschdenken», sagte Ermotti. Reiche Kunden würden immer noch fast 30 Prozent ihres Vermögens in bar halten. In dieser Situation müssten bei UBS die Verbesserung der Kapitalausstattung sowie Kosten- und Risikokontrolle im Vordergrund stehen.

(se/reuters)