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Servette deponiert seine Bilanz

Fühlt sich von Politik und Wirtschaft im Stich gelassen: Servette-Präsident Majid Pishyar. (Bild: Keystone)

Der Super-League-Verein Servette hat beim Bezirksgericht in Genf seine Bilanz deponiert. Präsident Majid Pishyar spricht von einem traurigen Tag für Genf. Bei der Stadt zeigt man sich besorgt.

Veröffentlicht am 01.03.2012

Der Fussballclub Servette nähert sich dem zweiten finanziellen Kollaps innerhalb weniger Jahre. Die Genfer haben heute beim Bezirksgericht in Genf die Bilanz deponiert. Präsident Majid Pishyar, der den Verein vor vier Jahren übernommen hatte, äusserte sich via Communiqué.

«Heute ist ein trauriger Tag für Genf», schrieb Pishyar auf der Website des Vereins. Er habe alles unternommen, um das Überleben des Clubs zu sichern. Doch weder Politik noch Wirtschaft hätten ihn in den letzten Jahren unterstützt, schob Pishyar die Schuld für einen möglichen Konkurs auf andere.

Der 17-fache Meister Servette, der schon 2005 seine Bilanz hatte deponieren müssen und sich danach in der 1. Liga wiederfand, muss nun entweder einen Käufer finden, der die Schulden übernimmt, oder sich mit den Gläubigern einigen. Die Verhandlungen mit Drittpartnern und/oder Investoren würden fortgesetzt, teilte Anwalt Dominique Warluzel mit.

Bei der Stadt Genf ist man «beunruhigt» über die jüngste Entwicklung. Die Stadt hoffe, dass der Club schnell einen neuen Besitzer findet, damit die Lizenz gerettet werden kann, sagte ein Sami Kanaan, der Sport-Verantwortliche der Stadt. Besitzer Pishyar habe vor einigen Wochen den Kontakt mit den Stadtbehörden abgebrochen.

Stadt und Kanton Genf hatten Servette für die Saison 2011/2012 mit je 250'000 Franken finanziell unter die Arme gegriffen. Dieses Geld war laut Kanaan für die Ausbildung von jungen Spielern vorgesehen. Im Januar fror die Stadt dann im Zuge der Entwicklung ihre letzte Tranche in Höhe von 100'000 Franken ein.

(tno/sda)

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