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Servicetöchter bescheren Lufthansa mehr Gewinn

Im dritten Quartal schneidet die Lufthansa besser ab als die Swiss. (Bild: Keystone)

Die Swiss-Mutter Lufthansa hat im dritten Quartal den Gewinn überraschend gesteigert. Grund ist der Erfolg der Servicetöchter. Der Konzernchef gibt sich dennoch unzufrieden.

Veröffentlicht am 31.10.2012

Trotz des Streiks im September hat die Lufthansa wegen guter Geschäfte ihrer Servicetöchter wie Lufthansa Technik und der Bordverpflegungssparte LSG Sky Chefs deutlich mehr Geld verdient: Der operative Gewinn nahm im dritten Quartal um 6,2 Prozent auf 648 Millionen Euro zu.

Das ist weit mehr als die von Analysten erwarteten 522 Millionen Euro. Unter dem Strich steigerte der Konzern den Reingewinn gar um 30 Prozent auf 642 Millionen Euro, wie die Lufthansa mitteilte. Der Umsatz zog um 6,2 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro an.

Dennoch zeigt sich Konzernchef Christoph Franz nicht zufrieden: «Wir haben nicht die Ertragskraft, die wir brauchen.» In den gesamten neun Monaten seit Jahresbeginn sank trotz einer Umsatzsteigerung um 6,1 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro das operative Ergebnis um 13,3 Prozent auf 628 Millionen Euro.

Insbesondere die rekordhohen Treibstoffkosten hätten das Ergebnis belastet, erläuterte Franz. Für 2012 gehe die Lufthansa von 1,1 Milliarden Euro mehr Treibstoffkosten aus als in 2011. Hinzu kommt der hohe Konkurrenzdruck durch Billigflieger sowie Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten. Auch die Luftverkehrsteuer und die Kosten für die EU-Emissionshandelszertifikate hätten sich auf das Ergebnis ausgewirkt.

Der Gewinn der Lufthansa-Tochter Swiss ging im dritten Quartal derweil deutlich zurück.

Technik, Verpflegung und Service über Vorjahresniveau

«Trotz» starken Gegenwinds hat die Lufthansa Gruppe ein respektables Ergebnis erzielt, insbesondere im Branchenvergleich», schreibt Franz. Geholfen hätten dabei vor allem die Ergebnisbeiträge der Servicegeschäftsfelder. Die Lufthansa Technik, die Bordverpflegung und die IT-Services hätten allesamt bessere Ergebnisse als im Vorjahr erzielt.

Auch das Sparprogramm Score zeige erste Wirkung. «Bei den Kosten, die wir selbst kontrollieren können, machen wir Fortschritte», erklärte Franz. Dies reiche aber noch nicht aus, um ausreichende Margen zu erwirtschaften.

Die Lufthansa durchläuft derzeit ein Sparprogramm. Der Konzern will unter anderem weltweit 3500 Stellen in der Verwaltung streichen und dadurch zusammen mit anderen Schritten sein Ergebnis im laufenden Geschäft um 1,5 Milliarden Euro verbessern. Das Sparprogramm soll verschärft werden. Details will die Lufthansa erst Ende des Jahres nennen.

(tno/sda)

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