Die Mitarbeiter des St. Galler Metallverarbeiters SFS Group müssen wegen des starken Frankens künftig 44 Stunden pro Woche arbeiten. Das sind zwei Stunden mehr als bisher. Zudem kürzt SFS die Ferien von sechs auf fünf Wochen und verhängt einen Einstellungsstopp.

Die Konzernleitung verzichte auf 10 Prozent ihres Salärs, teilte das Unternehmen mit. Bereits im Januar hatte SFS zudem angekündigt, gewisse arbeitsintensive Aktivitäten, die nicht viel Know-how und Technologiegehalt erfordern, rascher als geplant in Werke ausserhalb der Schweiz zu verlagern.

Keine Entlassungen

SFS plant in den Schweizer Werken trotz der Frankenstärke keine Entlassungen. Das sagte Verwaltungsratspräsident und Chef Heinrich Spoerry am Freitag an der Bilanzmedienkonferenz.

Allerdings soll der Personalbestand in der Schweiz von heute 2'300 über die natürliche Fluktuation verringert werden. Den Anteil der Schweiz an den Kosten bezifferte Finanzchef Rolf Frei auf «knapp unter 50 Prozent». Vor vier Jahren sei er noch bei rund 60 Prozent gelegen.

Massnahmen temporär?

SFS hatte am Freitagmorgen angekündigt, dass in den Schweizer Werken wegen der Frankenstärke verschiedene Massnahmen ergriffen worden seien - unter anderen ein Einstellungsstopp, eine Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit, die Streichung einer Ferienwoche sowie ein teilweiser Lohnverzicht der Konzernleitung.

Diese Massnahmen werden laut Spoerry aufgehoben, sollte sich der Euro-Franken-Kurs auf einem Niveau von 1,12 etablieren. Er betonte ausserdem, dass für die verbleibende Belegschaft kein Arbeitsmangel bestehe, denn die Geschäfte liefen gut.

Preisvorteile weitergeben

Spoerry widersprach zudem der Vorstellung, das Unternehmen verfüge mit der Sparte SFS Unimarket über eine «natürliche Absicherung». Im Gegensatz zu den anderen Divisionen, die ihre Produkte zu einem grossen Teil aus der Schweiz exportieren, importiert die Fachmarktkette SFS Unimarket Waren unter anderem aus dem Euroraum und verkauft diese ausschliesslich in der Schweiz.

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Die Preisvorteile würden weitergegeben, so Spoerry. «Wir haben bereit am 16. Januar, also einen Tag nach dem SNB-Entscheid, die ersten Briefe von Kunden erhalten, die uns dazu aufforderten.»

Gleichzeitig betonte Spoerry, dass die globale Präsenz weiter verstärkt werden soll. Auch Akquisitionen seien dabei ein Thema. Unverändert würden mittelgrosse Übernahmen «in der Grössenordnung von 50 Millionen bis 100 Millionen Franken» angepeilt, sagte er. Von besonderem Interesse seien Ziele in Nordamerika.

2015: Weniger Umsatz erwartet

Wegen des starken Frankens erwartet die SFS Group für das laufende Jahr aber einen Umsatzrückgang. Auch mit den Sparmassnahmen rechnet SFS noch mit einem Minus von 2 bis 4 Prozent.

Der Metallverarbeiter gab zudem seine Zahlen für das letzte Geschäftsjahr bekannt: Das Unternehmen hat seinen Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert.

2014: 27 Prozent mehr Gewinn

Mit dem Ergebnis des vergangenen Jahres zeigte sich die Konzernleitung in der Mitteilung zufrieden. «Neben dem Börsengang ist das erzielte organische Wachstum in unserem Kerngeschäft von 5,1 Prozent ein weiteres Highlight des Geschäftsjahres 2014», wird der operative Chef Jens Breu zitiert.

Der Umsatz der SFS-Gruppe wuchs gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent auf 1,38 Milliarden Franken. Der Gewinn stieg sogar um 27 Prozent auf 110,2 Millionen Franken im vergangenen Jahr. Das operative Ergebnis (Ebit) war ebenfalls höher als im Vorjahr. Es wuchs um 14 Prozent auf 141,5 Mio. Franken.

(sda/tno/lur/gku)