1. Home
  2. SFS lässt Mitarbeiter weiter länger arbeiten

Festhalten
SFS lässt Mitarbeiter weiter länger arbeiten

SFS-Chef Heinrich Spoerry: Urlaub wieder bei sechs Wochen. Keystone

Gegen den Franken-Schock hat Metallverarbeiter SFS die Arbeitszeit verlängert und den Urlaub gekürzt. Nur einen Teil der Massnahmen kann die Firma jetzt wieder streichen.

Veröffentlicht am 02.12.2015

Die Mitarbeiter des Ostschweizer Metallverarbeiters SFS haben im kommenden Jahr wieder sechs statt fünf Wochen Ferien. Die Gruppe hebt einen Teil der Massnahmen auf, die als Reaktion auf die Aufwertung des Schweizer Frankens ergriffen wurden.

Die Mitarbeiter müssen aber zumindest in der ersten Jahreshälfte 2016 weiterhin 44 statt 42 Stunden pro Woche arbeiten. Grund dafür ist laut einer Mitteilung vom Mittwochabend eine anhaltend hohe Auslastung in den Schweizer Produktionswerken. Ebenfalls in Kraft bleiben der Einstellungsstopp in der Schweiz und die Lohnkürzung der Konzernleitung sowie des Verwaltungsrats um 10 Prozent.

Umsatz erhöht aber Gewinn verloren

Die ergriffenen Massnahmen hätten im Jahresverlauf eine verstärkte Wirkung erzielt und dazu beigetragen, den in der Schweiz währungsbedingten Ergebnisrückgang zu begrenzen, schrieb SFS. Die negativen Auswirkungen hätten aber nicht vollumfänglich wettgemacht werden können, begründet SFS die Entscheidung, einen Teil der Massnahmen fortzuführen.

In der ersten Jahreshälfte hat SFS den Umsatz um 3,9 Prozent auf 670,4 Millionen Franken gesteigert. Der Gewinn hingegen brach ein: So reduzierte sich der Betriebsgewinn (EBIT) um einen Drittel auf 42,1 Millionen Franken, der Unternehmensgewinn um 31 Prozent auf 31,8 Millionen Franken.

Entlassungen sollen vermieden werden

SFS bedankte sich in der Mitteilung bei den Mitarbeitenden in der Schweiz für den «wichtigen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und ihre Loyalität«. SFS sei bestrebt, die Beschäftigung in der Schweiz zu sichern und auf währungs- und beschäftigungsbedingte Entlassungen weiterhin möglichst zu verzichten.

An der Bilanzmedienkonferenz vom März hatte SFS-Chef und Verwaltungsratspräsident Heinrich Spoerry erklärt, der Personalbestand in der Schweiz von heute 2300 Angestellten solle zwar verringert werden, dies aber über die natürliche Fluktuation.

Rückkehr zum Normalzustand

SFS ist eines von mehreren Unternehmen, das nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses die Arbeitszeiten vorübergehend ausgedehnt hat. Inzwischen haben bereits einige dieser Unternehmen angekündigt, zum Normalzustand zurückzukehren.

(sda/me)

Anzeige