Der Warenprüfkonzern SGS hat im ersten Halbjahr 2015 in der Berichtswährung Franken etwas weniger umgesetzt und dabei klar weniger verdient. Der Umsatz sank um 1,9 Prozent auf 2,75 Milliarden Franken, während er in Lokalwährungen um 3,4 Prozent anstieg. Davon sind 1,8 Prozent auf organisches Wachstum und 1,6 Prozent auf die jüngsten Akquisitionen zurückzuführen.

Das organische Wachstum sei beeinträchtigt worden durch geringere oder verschobene Investitionen vor allem der Kunden aus der Öl- und Minenindustrie, wie SGS am Freitag mitteilte. Diese Marktbedingungen hätten signifikante Auswirkungen auf die drei Divisionen Oil, Gas & Chemical, Industrial Services sowie Mineral Services gehabt. In allen anderen Divisionen sei man gewachsen, besonders aber in den Bereichen Automotive Services, Governments & Institutions Services, Environmental Services und Systems & Services Certification.

Restrukturierung kostet 64 Millionen Franken

SGS habe diverse Restrukturierungs-Massnahmen getroffen, um das Geschäft den gegenwärtigen Marktbedingungen anzupassen, heisst es weiter. Insgesamt wurden dabei einmalige Ausgaben von 64 Millionen Franken (47 Millionen nach Steuern) verbucht.
Das um diverse Sonderfaktoren (Goodwill-Abschreibungen, Restrukturierungs- oder Integrationskosten) adjustierte operative Ergebnis fiel im Berichtshalbjahr um 2,0 Prozent auf 412 Millionen Franken (+3,2 Prozent in LW) mit einer entsprechenden Marge von unverändert 15,0 Prozent. Nach Abzug der Sonderfaktoren verblieb ein EBIT in der Höhe von 333 Millionen Franken (-16 Prozent). Unter dem Strich verdiente der Genfer Konzern 214 Millionen Franken, was einem Minus von ebenfalls 16 Prozent entspricht.

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SGS bleibt mit den Halbjahreszahlen im Rahmen der Schätzungen bei Umsatz und operativem Ergebnis, während der Reingewinn deutlich unter den Schätzungen ausfällt. Im Vorfeld wurde im Durchschnitt (AWP-Konsens) ein Umsatz von 2,77 Milliarden, ein EBIT (adj.) von 405 Millionen sowie ein Reingewinn von 255 Millionen Franken prognostiziert.

Bezüglich Ausblick rechnet SGS für das Gesamtjahr 2015 mit einem organischen Wachstum vergleichbar mit demjenigen aus dem ersten Halbjahr (1,8 Prozent) sowie verbesserten Margen und einem «soliden» Cash flow. Bisher war von einem organischen Wachstum von 4 Prozent bis 6 Prozent (bereinigt um Effekte aus dem tiefen Ölpreis) und einer operativen Marge mindestens auf der Höhe von 2014 (16,1 Prozent) die Rede.

(awp/me)