Der angeschlagene japanische Elektronik-Konzern Sharp gibt dem Druck der Banken nach und verhandelt über den Verkauf des kriselnden LCD-Geschäfts. «Ich kann keine Namen nennen, aber wir sind derzeit in Verhandlungen mit verschiedenen Unternehmen», sagte Sharp-Chef Kozo Takahashi. Wann es zu einem Abschluss komme, könne er nicht sagen. Eine direkte Beteiligung an Sharp sei nicht diskutiert worden, sagte Takahashi.

Mehrere Banken drängen Insidern zufolge Sharp zum Verkauf des LCD-Geschäfts. Sharp könne selber nicht genug in die Sparte investieren, um mit seinen Bildschirmen wettbewerbsfähig zu bleiben, hatten mit der Sache vertraute Personen gesagt. Deshalb müsse der Konzern bis zum Jahresende oder spätestens bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres im März einen Partner finden.

Harter Preiskampf

Denkbar sei der komplette Verkauf oder eines Teils des Geschäfts. Zuletzt war dem Apple-Zulieferer Hon Hai Precision, besser bekannt unter dem Namen Foxconn, ein Interesse nachgesagt worden. Insidern zufolge prüft zudem ein staatlich gestützter Fonds sowohl einen Einstieg bei Sharp als auch die Zusammenlegung der LCD-Sparte mit dem Rivalen Japan Display.

Das Unternehmen ächzt schon länger unter dem harten Preiskampf und der Konkurrenz von Japan Display. Um die LCD-Sparte wieder auf die Beine zu bekommen, beschaffte sich Sharp im Mai Rettungshilfen über 1,7 Milliarden Euro und verpflichtete sich zu einem Sanierungsplan. Doch auch im zweiten Quartal gelang es nicht, das Geschäft zu drehen.

Sharp blieb auf vielen seiner Lagerbestände sitzen und musste von Juli bis September einen operativen Gewinneinbruch von 86 Prozent auf 26 Millionen Euro verkraften. Im Halbjahr wies das Unternehmen sogar einen operativen Verlust von 190 Millionen Euro aus, der sich unter dem Strich auf 630 Millionen Euro summierte. Die LCD-Sparte wird Sharp zufolge auch im Gesamtjahr rote Zahlen schreiben.

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(reuters/chb)