Der Energiekonzern Shell will die umstrittene Ölbohrinsel «Polar Pioneer» nicht weiter nutzen. Der Mietvertrag für die Plattform in der Arktis werde vorzeitig aufgelöst, teilte der Betreiber Transocean am Montag mit.

Der Vertrag wäre eigentlich noch bis Juli 2017 weitergelaufen. Deshalb soll Transocean als Kompensation mit einer einmaligen Zahlung entschädigt werden, wie es hiess. Diese beinhalte einen Ausgleich für reduzierte Betriebskosten sowie für die Rückführung der Bohrinsel nach Norwegen. Über die Höhe des Betrags wurden keine Angaben gemacht.

Probebohrungen vor Alaska

Shell hatte mit der Plattform Probebohrungen vor der Küste Alaskas durchgeführt. Zu den Gründen für die vorzeitige Auflösung des Mietvertrags machte Transocean keine Angaben. Allerdings haben in den letzten Monaten aufgrund des rekordtiefen Ölpreises verschiedene Ölfirmen ihre Investitionen gekürzt und Förderprojekte auf Eis gelegt.

Die Ölbohrplattform «Polar Pioneer» geriet im Frühling dieses Jahres in die Schlagzeilen, als sie von Greenpeace-Aktivisten besetzt wurde. Diese protestierten mit der Aktion gegen die Ausbeutung von Rohstoffen in der Arktis. Ungeachtet dessen hatte US-Präsident Barack Obama Shell unter Auflagen Öl- und Gasbohrungen in der Arktis erlaubt.

Transocean taucht

Transocean leidet unter dem tiefen Ölpreis, die Auftragslage ist so schwach, dass die Firma in den letzten Monaten massiv an Wert verloren hat. Kurz vor Jahresende liegen die Titel knapp 30 Prozent im Minus und sind damit schwächster SMI-Wert. Die Titel werden nur noch bis Ende März an der Schweizer Börse gehandelt.

Im verkürzten US-Handel am 24. Dezember, als die Schweizer Börse geschlossen blieb, gaben die Titel 1,1 Prozent ab. An der SIX könnte die Aktie dies am Montag in einem gewissen Masse nachvollziehen, die Aktie startet schwach in den Tag.

(awp/ise/mbü)

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