Der Ölkonzern Royal Dutch Shell beendet in «absehbarer Zeit» die Suche nach Öl vor der Küste Alaskas. Im Bereich Burger J - etwa 150 Meilen von Barrow im Tschuktschensee - seien keine ausreichenden Mengen Öl und Gas gefunden worden, teilte das Unternehmen mit.

Hohe Kosten und unabwägbare Umweltauflagen der Regierung wurden als weitere Gründe für den Schritt genannt. Deshalb werde eine Abschreibung im Wert von etwa 4,1 Milliarden Dollar notwendig.

Kosten in Milliardenhöhe

Shell hatte auf hoher See, rund 240 Kilometer vom Festland entfernt, in diesem Sommer eine Bohrung bis zu einer Tiefe von 2 Kilometern unternommen und war dabei auf Anzeichen von Öl und Gas gestossen - jedoch nicht genug um eine weitere Erschliessung zu rechtfertigen.

Zudem seien die staatlichen Vorgaben herausfordernd und unpräzise. Die finanziellen Belastungen für den Stopp bezifferte Shell auf etwa drei Milliarden US-Dollar, bezogen auf den Buchwert des Projektes. Weitere 1,1 Milliarden Dollar dürften für zukünftige Vertragsverpflichtungen anfallen. Weitere Details will das Unternehmen bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal geben.

Das Bohren nach Öl und Gas in Alaska ist sehr umstritten. So hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace erst am Samstag in mehr als 40 deutschen Städten gegen die Ölbohrungen von Shell in der Arktis protestiert

(awp/reuters/chb/ama)

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