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Schadenersatz
Shell kauft sich frei für 5500 Franken pro Person

Öl: Das Geschäft kann auch schmutzig sein. Keystone

Der niederländisch-britische Ölgigant Shell wird für alte Umweltsünden zur Kasse gebeten. Er zahlt rund 85 Millionen Franken an 15'600 Bauern. Die Betroffenen forderten mindestens das Fünffache.

Veröffentlicht am 07.01.2015

Der Shell-Konzern zahlt rund 85 Millionen Franken Schadenersatz an 15'600 Fischer und Farmer für zwei Ölkatastrophen in Nigeria. Das sind – im Schnitt – knapp 5500 Franken pro Person. Darauf verständigte sich das Unternehmen mit der betroffenen Kommune Bodo im Nigerdelta, wie beide Seiten mitteilten.

Es ist der höchste aussergerichtliche Vergleich, der wegen einer Ölpest in Nigeria je ausgehandelt wurde. Royal Dutch Shell hatte 45 Millionen Franken angeboten, die Geschädigten forderten mindestens das Zehnfache. Damit endet ein seit drei Jahren schwelender Rechtsstreit, bevor in diesem Jahr der Gerichtsprozess begonnen hätte.

Der erste Vergleich dieser Art

Anwälte der betroffenen Bauern und Fischer aus dem Ort Bodo bezeichneten es als «zutiefst enttäuschend», dass der Konzern das Ausmass des Schadens so lange nicht anerkannt habe. Es sei die erste Vergleich dieser Art und solle Shell als Vorlage dienen für künftige Fälle in Nigeria und anderen Ländern.

Die Katastrophen ereigneten sich im Jahr 2008. Aus zwei Pipelines traten nach Darstellung der Kläger insgesamt 500'000 Barrel Öl aus und verschmutzten die Umwelt. Im Vergleich zu den Summen, die BP für vergangene Umweltsünden entrichten musste, kam Shell aber glimpflich davon.

(sda/ise)

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