Die Unternehmen Shell und BASF müssen in Brasilien im Rechtsstreit um mögliche Gesundheitsschäden ehemaliger Mitarbeiter einer Firma in Paulínia keine hohe Garantiezahlungen hinterlegen.

Das Arbeitsgericht in Campinas beschloss nach Justizangaben, dass der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Erlass einer Anordnung zur Hinterlegung von einer Milliarde Real abgewiesen wird. Das Verfahren in der Sache wird aber fortgesetzt, die Zahl der auf Entschädigungen klagenden Arbeiter möglicherweise sogar von mehreren hundert auf eintausend erhöht.

Der Streit dreht sich um eine mögliche Verseuchung der Arbeiter in einem agrochemischen Betrieb, der von 1974 bis 1995 im Besitz von Shell und seit 2000 im Besitz von BASF war, bevor er 2002 geschlossen wurde.

Zahlreiche Arbeitskräfte klagten über Krebs- und Schilddrüsenerkrankungen. Auch Todesfälle sollen auf die Arbeitsbedingungen zurückzuführen sein. Ein früherer Beschäftigter sagte, das Durchschnittsalter der Gestorbenen habe bei 55 Jahren gelegen.

(vst/sda)

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