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Shell verzichtet auf Lizenz in kanadischer Arktis

Bohrinsel imhohen Norden: Shell verzichtet auf ein grosses Gebiet. Keystone

Zugunsten eines riesigen Meeresschutzgebietes zieht sich der Energiekonzern aus der kanadischen Arktis zurück. Trotz der Geste bleibt die sensible Arktisregion durch Ölbohrungen gefährdet.

Veröffentlicht am 09.06.2016

Der Energiekonzern Shell verzichtet auf Ölerkundungs-Lizenzen für die kanadische Arktis. Das Gebiet, für das die Lizenzen gedacht waren, soll zu einem geplanten Meeresschutzgebiets hinzugefügt werden.

Das Unternehmen übertrug die Erkundungsrechte für die polaren Gewässer am Mittwoch an die kanadische Umweltorganisation Nature Conservancy, die sie wiederum an die Regierung weitergab. In der Region leben Wale, Seehunde, Walrösser, Eisbären und viele Vögel.

Schutzgebiet grösser als die Schweiz

Kanadas Regierung verfolgt Pläne für die Errichtung eines 44'500 Quadratkilometer grossen Schutzgebiets in der polaren Meeresregion Lancaster Sound vor der Nordküste. Durch den Beitrag von Shell könnte das Gebiet um weitere 8600 Quadratkilometer wachsen.

Der Vorsitzende von Nature Conservancy, John Lounds, begrüsste die Kooperationsbereitschaft von Shell. «Gemeinsam unterstützen wir den Erhalt einer Region von aussergewöhnlicher Schönheit, einer unglaublichen Artenvielfalt und einer grossen ökologischen Bedeutung zum Nutzen der Kanadier und der künftigen Generationen», erklärte er.

Viel Kritik in der Vergangenheit

Shell war in der Vergangenheit von Umweltschützern scharf für seine Ölaktivitäten in der Arktis kritisiert worden. Greenpeace wies am Mittwoch darauf hin, dass die sensible Arktisregion durch entsprechende Aktivitäten von Ölkonzernen nach wie vor gefährdet sei. Am Dienstag hatte Shell bekannt gegeben, seine Ölerkundungen weltweit wegen der tiefen Ölpreise einzuschränken.

(awp/gku)

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