Sheryl Sandberg, COO von Facebook, hat nach langem Schweigen endlich geredet. Sie bat in diversen Interviews um mehr Geduld in der Aufarbeitung all der Datenmissbräuche der letzten Monate, zumal die technischen Untersuchungen sehr aufwändig seien. So kläre man derzeit ab, ob es weitere Missbrauchsfälle wie jener von Cambridge Analytica gäbe. Bislang sei das allerdings nicht der Fall, sagte sie im «Buzzfeed»-Interview. Heute würde man bei einem ähnlich gelagerten Fällen die Öffentlichkeit viel früher über den Missbrauch informieren. Sandberg: «Es war ein Fehler von Mark Zuckerberg und mir, dass wir uns in diesem Fall nicht früher geäussert haben.» 

Die britische Marketingfirma Cambridge Analytica hat Daten von möglicherweise 80 Millionen Facebook-Kunden ohne Einwilligung der US-Firma missbraucht. Auch 30'000 Kunden aus der Schweiz sollen vom Datenmissbrauch betroffen sein. 

Facebook will Fakenews ausmerzen

Nach all den Schadensmeldungen sei man nun intern an einem grossen Audit, um künftig Datenmissbrauch, Fake News oder Trolls auszumerzen. «Dank Machine Learning lösen wir derzeit Millionen von verdächtigen Facebook-Konten auf, bevor sie aktiv werden können», meinte sie zur «Financial Times».

Sandberg ist sich bewusst, dass nun die staatliche Aufsicht durchgreifen würden. «Wir selber sind offen gegenüber Regulierung». Im übrigen habe Europa mit der GDPR-Regulierung weltweit die Nase vorne (siehe HZ).

Klar sei man sich auch, dass all die internen Anstrengungen zur Verbesserung der Datensicherheit das operative Ergebnis von Facebook treffen würden. «Wir werden grosse Investments in Sicherheit auslösen. Dies wird auch die Profitabilität der Firma negativ beeinflussen.

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