Der Telemedizin-Anbieter SHL hat im ersten Semester 2015 Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Umsatz wuchs auf bereinigter Basis - inklusive der im Frühling übernommenen GPH - um 6,7 Prozent auf 22,3 Millionen Dollar, in Lokalwährung resultierte gar ein Umsatzwachstum von 25 Prozent, wie es in einer Mitteilung heisst. Ohne GPH wäre der Umsatz der israelischen Gesellschaft um rund 1 Prozent gewachsen.

Der bereinigte Betriebsgewinn lag auf Stufe Ebitda bei 5,6 Millionen Dollar nach 3,9 Millionen in der Vorjahresperiode und auf Stufe Ebit bei 3,2 Millionen nach 1,3 Millionen Dollar. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 2,3 Millionen nach 0,8 Millionen. Der operative Cash-flow stieg im ersten Halbjahr deutlich auf 4,4 Millionen Dollar verglichen mit einem Cash-drain von 3,3 Millionen im ersten Halbjahr 2014.

Ausbau in Deutschland

In Deutschland baute SHL mit der Akquisition der GPH in München seine Telemedizindienste aus. Die Resultate von GPH sind ab dem 1. April 2015 konsolidiert. Zudem habe man in Deutschland damit begonnen, die Telemedizin-Monitoring-Zentren zusammenzufassen. Dabei soll das Monitoringcenter in Düsseldorf mit dem Standort in München kombiniert werden.

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In Japan hat SHL im März eine Vertriebsvereinbarung für den smartheart mit USCI Holdings unterzeichnet, wobei ein Kauf von mindestens 1'000 solchen smartheart-Komponenten bis Ende 2016 anvisiert wird. USCI werde sich auf Ärzte und den professionellen Markt konzentrieren und das Ziel sei es, die Glaubwürdigkeit für den smartheart im japanischen Gesundheitswesen aufzubauen.

 

Kurz vor Übernahme

Derweil hat SHL in den USA im Mai eine internationale Vertriebsvereinbarung für den smartheart mit Fujifilm SonoSite unterzeichnet. Fuji SonoSite werde die Komponenten via die eigenen Point-of-Care-Ultraschall-Lösungen professionellen Kunden im Gesundheitswesen in den USA, Japan und Deutschland verkaufen, heisst es dazu.

SHL steht bekanntlich kurz vor der Übernahme. Die chinesische Shanghai Jiuchuan Investment (Group) hat Ende Juli ein Übernahmeangebot abgegeben und offeriert 10,50 Franken in bar pro Aktie. Am 10. September findet in diesem Zusammenhang eine ausserordentliche Generalversammlung in Tel Aviv statt.

Verwaltungsrat und Management befürworten die Annahme des Angebots und sehen einen «erheblichen Mehrwert» für die Aktionäre sowie «vielfältige Möglichkeiten» für Mitarbeitende und Kunden. Vorbehältlich der Zustimmung der Aktionäre ist der Abschluss der Transaktion ist für Oktober 2015 geplant. Die Aktie soll danach von der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange genommen werden.

(awp/dbe)