Der Büromarkt der Agglomeration Zürich präsentiert sich bei einer Grösse von knapp 10 Mio m2 im internationalen Vergleich eher klein und überschaubar. Bezogen auf den gesamten Schweizer Markt hingegen beträgt der Anteil der Büroflächen in und um Zürich etwa 40%. Dieser national sehr bedeutende Büromarkt offenbart bisher keine negativen Auswirkungen, verursacht durch die aktuellen Finanzturbulenzen, und verhält sich weiterhin stabil. Von Mitte 2007 bis Mitte 2008 hat sich die Angebotsquote im Wirtschaftsraum Zürich von 4,6 auf 5,1% erhöht. Dies entspricht einem verfügbaren Angebot innerhalb der kommenden sechs Monate von 717000 m2 Bürofläche. Im Vergleich zu den europäischen Metropolen liegt dieser Wert unter dem Durchschnitt. Ein Grossteil des verfügbaren Angebots an Büroflächen befindet sich im Agglomerationsgürtel. Nach wie vor herrscht eine anhaltend grosse Nachfrage nach Flächen im Zentrum. Dementsprechend weist die Stadt Zürich eine eher tiefe Angebotsquote von 3,9% auf. Im CBD (Central Business District) beträgt die Angebotsquote gar nur 1,4%.

Solide Preisbewegungen

Im Vergleich zur Immobilienkrise in den 90er Jahren, wo nach einem starken Preisanstieg ein ebenso deutlicher Rückgang zu erleben war, hat der Zürcher Büromarkt in den vergangenen Jahren keine starke Mietpreissteigerung erlebt. Die Preisbewegung verlief seitwärts und solid. Die durchschnittliche Miete bewegte sich im Zeitraum von 2005 bis 2008 bei Fr. 240 – 230 m2/a. Ganz anders sieht das Bild bei den ToMieten aus. Diese meist repräsentativen Adressen erlebten dank dem wirtschaftlichen Aufschwung der vergangenen Jahre eine grosse Nachfrage. Dies wird weiterhin – wenn auch nicht im gleichen Ausmass – fortbestehen. Die hohen Preise von über Fr. 1400 m2/a werden sich kaum verändern.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben sich die Nachfragegründe spürbar verändert. Hier spielt die veränderte wirtschaftliche Grosswetterlage eine wesentliche Rolle. Die Nachfrage wird heute nicht mehr hauptsächlich durch Wachstum begründet. Optimierung von Standort und Räumen gewinnt an Bedeutung. Eine der wesentlichen Gründe für die Robustheit des Büromarktes ist die diversifizierte Nachfragerstruktur. Das Bild der nachfragenden Branchen hat sich von Mitte 2007 bis Mitte 2008 nur leicht verändert. Obwohl die Nachfrage aus der Finanz- und Treuhandbranche um 5% zurückgegangen ist, ist sie mit 19% im Wirtschaftsraum Zürich weiterhin führend.

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Entwicklungsgebiete realisieren

Die positiven Wirtschaftsaussichten der vergangenen Jahre bildeten die Basis für grosse Entwicklungsprojekte, welche nun vor der Auslösung stehen. In den Entwicklungsgebieten in Zürich West, Zürich Nord und im Glattpark werden für insgesamt rund 250000 m2 Büronutzfläche die passenden Nutzer gesucht. Die Realisierung dieser Projekte ist jedoch abhängig von der erfolgreichen Vorvermietung. Es ist wahrscheinlich, dass die trüben Wirtschaftsaussichten für die kommenden Monate und eventuell Jahre diese Entwicklungen verzögern werden. Trotz der Finanzkrise zeigt der Zürcher Büroflächenmarkt keine massiven Veränderungen. Die Dynamik der letzten Jahre wird zwar gebremst, die breit abgestützte Nachfrage sorgt jedoch für einen sich seitwärts bewegenden Markt.