ANLAGEFONDS. Die Stimmung könnte besser sein. Das ständige Auf und Ab an den Börsen hat die Anleger nachhaltig verunsichert. Dabei fielen die Prognosen der Aktienanalysten für 2008 durchaus optimistisch aus: Für den Schweizer Leitindex SMI sagten nicht wenige einen Anstieg auf 10000 Punkte voraus. Und jetzt dies. In den ersten Wochen des neuen Jahres hat der Index die Marke von 8000 Punkten nach unten durchbrochen. Der Taucher lässt sich auch an den übrigen Weltbörsen beobachten. Da ist guter Rat für die Fondsmanager teuer. Bereits in den vergangenen zwölf Monaten fühlten sie sich in einem ständigen Wechselbad. «Die Marktturbulenzen waren für die meisten Manager im Hedge-Fonds- wie im Long-Only-Bereich anspruchsvoll», bringt es Hans-Jörg Baumann von der Swiss Capital Group auf den Punkt.

Die Herausforderungen für die Fondsbranche werden nicht kleiner. Wenn die Wertschriftenmärkte verrückt spielen, scheidet sich bei den Anlagespezialisten sehr rasch die Spreu vom Weizen. Eine positive Performance zu erzielen, fällt in diesem Umfeld schwer. Selbst bei vermeintlich sicheren Investitionen, wie etwa den Geldmarktfonds, gab es wegen illiquiden Marktsituationen und Neubewertungen der Anlagen teils ungewöhnlich hohe Verluste.

Innovative Produkte

Wie die jüngsten Statistiken von Swiss Fund Data zeigen, wird nun genau diese Fondskategeorie zum temporären «Parkieren» von Anlagekapitalien verwendet. Jedenfalls flossen den Geldmarktfonds mehr Mittel zu als allen anderen Anlageklassen. Die Zinserträge sind in diesem Sektor zwar nicht berauschend, aber das wird von den Investoren derzeit auch nicht gesucht. Ihnen ist der Kapitalschutz wichtig, die Rendite hat zweite Priorität. Das begünstigt die Absolute-Return-Fonds, die von den Anbietern derzeit ganz klar forciert werden. Wichtig ist für die Fondsindustie aber ebenso, dass sie sich mit innovativen Instrumenten gegenüber der boomenden Sparte mit strukturierten Produkten behaupten kann. Die 130/30-Fonds sind eine gute Antwort auf die vermehrte Konkurrenz. Weil diese neuen Vehikel mit Short-Strategien auch die fallenden Börsenkurse nutzen können, eröffnen sich den cleveren Fondsmanagern neue Möglichkeiten. Ob damit die Performance über dem Durchschnitt liegt, muss sich im laufenden Jahr erst noch erweisen. Die Anleger tun jedenfalls gut daran, sich in Produkten zu engagieren, die sie verstehen. Einfachheit und Verständlichkeit der Produkte sind gute Voraussetzungen, um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen.

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