Die Telekomfirma UPC warnt seine Kunden: Nutzer sollten ihre Standardpasswörter ändern, da diese geknackt werden könnten, ein konreter Missbrauchsfall sei aber noch nicht bekannt. Das schreibt die Firma in ihrem Facebook-Account «UPC Austria».

Wörtlich heisst es: «Wir informieren zurzeit unsere Kunden, dass das werkseitige Standardpasswort des Wlan-Netzes möglicherweise von Unbefugten erraten werden kann. Nach derzeitigem Stand ist uns zwar kein Fall des Missbrauchs bekannt, wir empfehlen aber trotzdem unbedingt ein persönliches Wlan-Passwort zu verwenden.»

Schweizer Kunden betroffen

Wie Mediensprecher Bernard Strapp auf Anfrage von «cetoday.ch» und der «NZZ Online» erklärt, könnten auch Schweizer Kunden davon betroffen sein. Derzeit werde noch eruiert, welche Modems genau betroffen sind. «Wir wissen bereits, dass nicht alle eingesetzten Produktgruppen betroffen sind und Kunden mit einem persönlichen Passwort nichts unternehmen müssen», sagt Strapp.

Von einem individuellem Passwort würden Kunden in mehrerer Hinsicht profitieren: «Das persönliche Passwort ist nicht nur sicherer, sondern auch für den täglichen Gebrauch einfacher», sagt Strapp. Das Unternehmen informiere auf seiner Website darüber, wie Kunden ihr eigenes Passwort einstellen können.

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Entdecker der Sicherheitslücke wird bestraft

Hintergrund der Warnung ist eine Sicherheitslücke, die der niederländische Sicherheitsexperte Peter Geissler vor kurzem aufgedeckt hat. Vor zwei Wochen hat Peter «bl4sty» Geissler das UPC Recovery Tool ins Internet gestellt. Damit kann man Wlan-Passwörter von UPC-Routern herausfinden.

Das Aufdecken dieser Sicherheitslücke könnte nun ein juristisches Nachspiel für den Niederländer haben. Gemäss Medienberichten prüft UPC eine Klage gegen den Sicherheitsexperten. Ob man rechtliche Massnahmen gegen Peter Geissler ergreifen wird, konnte Strapp gegenüber der «NZZ» noch nicht sagen.

(ise/chb)