Siemens baut wegen der Frankenstärke Stellen in der Schweiz ab: Die Division Building Technologies mit Sitz in Zug wird, wie bereits im März angekündigt, einzelne Produktionslinien ins Ausland verlagern. Aufgrund der geplanten Veränderungen reduziere sich die Anzahl der Stellen im Fertigungsbereich damit auf rund 350 von heute 500, heisst es in einer Mitteilung. Per April war bereits die Arbeitszeit erhöht worden.

Die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Schweiz habe sich währungsbedingt in den vergangenen Jahren und insbesondere seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses am 15. Januar 2015 deutlich verschlechtert. Obwohl Siemens vor mehr als einem Jahr mehrere Optimierungen in der Produktion wie etwa die Zusammenführung der Standorte Volketswil und Zug umgesetzt hat, habe der jüngste Anstieg des Frankenkurses zu einem nicht mehr tragbaren Kostenniveau geführt. Die Verlagerung sei unumgänglich, um den Standort in Zug nachhaltig zu sichern.

30 Prozent des Fertigungsvolumens an andere Standorte

Die Fertigung müsse daher vermehrt in jene Regionen verlagert werden, wo auch die Produkte und Dienstleistungen verkauft würden, «um unabhängiger gegen Währungsschwankungen zu sein und den Vorteil von Ländern mit geringeren Lohnkosten zu nutzen». Als wichtigste Massnahme sei nun geplant, rund 30 Prozent des Zuger Fertigungsvolumens an andere Siemens-Standorte zu verlagern sowie an externe Firmen zu übertragen.

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Geplant sei, im Januar 2016 mit der Verlagerung der ersten Produktionslinien zu beginnen und die Massnahmen bis Ende 2016 abzuschliessen. Man gehe davon aus, dass ein Teil der geplanten Personalanpassungen durch Reduzierung von Leiharbeitern, natürliche Fluktuation und vorzeitige Pensionierungen realisiert werden könne. Kündigungen würden dennoch nicht zu vermeiden sein.

1900 Mitarbeiter in der Schweiz

Am Standort Zug als globales Kompetenzzentrum werde indes festgehalten. Aus diesem Grund halte Siemens auch unverändert am geplanten Neubau des Hauptsitzes in Zug fest. Bis 2018 soll nebst dem neuen Verwaltungsgebäude ein Entwicklungszentrum und Produktionsgebäude bezogen werden. Die Division BT beschäftigt in der Schweiz 1900 Mitarbeiter. 3100 Angestellte sind in der der Regionalgesellschaft Siemens Schweiz tätig.

(awp/me/chb)