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Umbau
Siemens bekommt neue Konzernstruktur

Siemens in München: Der Konzern bekommt eine neue Struktur. Keystone

Deutschlands grösster Elektrokonzern löst die Einteilung seines Geschäfts in vier Sektoren auf. Zudem wird die Zahl der Divisionen verkleinert. Für eine Sparte wird der Börsengang vorbereitet.

Veröffentlicht am 07.05.2014

Deutschlands grösster Elektrokonzern Siemens bekommt unter Führung von Joe Kaeser ein neues Gesicht. Die Einteilung in die vier Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik und Infrastruktur und Städte solle aufgelöst und die Zahl der Divisionen von bisher 16 auf 9 reduziert werden.

Das teilte das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung in München mit. Ausserdem wechselt die Shell-Managerin Lisa Davis nach einer Übergangszeit für den bisher für den Energiesektor zuständigen Michael Süss in den Siemens-Vorstand.

Vielversprechende Wachstumsfelder

Gleich zwei Änderungen gibt es in der Medizintechnik: Das Geschäft für Hörgeräte will Siemens ausgliedern und an die Börse bringen. Der Rest der Sparte bleibt zwar im Konzern - soll aber von Oktober an eigenständig ausserhalb der neun Divisionen geführt werden und damit unabhängig vom Organisationsaufbau des restlichen Konzerns. Damit soll das Geschäft, das inhaltlich ohnehin Überschneidungen mit den übrigen Feldern hatte, flexibler werden.

Als Basis der Neuordnung hat Siemens vielversprechende Wachstumsfelder identifiziert. «Die Siemens AG wird sich künftig entlang der Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung aufstellen», hiess es in einer Mitteilung.

Rolls-Royce-Deal abgesegnet

Bei ihrer Sitzung segneten die Aufseher auch den Kauf des Gasturbinen- und Kompressorengeschäfts von Europas grösstem Flugzeugtriebwerkhersteller Rolls-Royce für umgerechnet rund 950 Millionen Euro ab. Damit stärke Siemens die Position in der wachsenden Öl- und Gasindustrie sowie auf dem Gebiet der dezentralen Energieversorgung, hiess es.

Der tiefgreifende Umbau des Elektrokonzerns hatte sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet. Konzernchef Kaeser will das Unternehmen schlanker und schlagkräftiger und so fit für den Wettbewerb machen. Schon länger hinkt Siemens nämlich bei der Rendite dem US-Rivalen General Electric hinterher, mit dem sich der Elektrokonzern derzeit auch ein Bietergefecht um den französischen Konkurrenten Alstom liefert.

Die Neuordnung soll derweil bares Geld sparen: Weil etwa Bereiche wie Personalwesen oder Kommunikation dann gestrafft und zentral geführt werden können, sollen die Kosten bis Herbst 2016 um eine Milliarde Euro sinken. Inwieweit der Umbau Stellen kosten wird, teilte Siemens nicht mit. Der Konzern hatte auf dem Weg zu mehr Effizienz und höheren Gewinnen zuletzt schon 15'000 Arbeitsplätze abgebaut.

(sda/dbe)

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