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Übernahme
Siemens bietet für Alstom weniger als erwartet

Siemens: Der Übernahmepoker um Alstom geht weiter.   Keystone

Der Münchner Technologiekonzern soll laut Insidern für die französische Alstom weniger als sieben Milliarden Euro bieten. Damit bringt sich Siemens im Übernahmekampf in eine weniger gute Position.

Veröffentlicht am 26.05.2014

Das Siemens-Bargebot für die Alstom-Energiesparte dürfte Insidern zufolge niedriger ausfallen als von den Franzosen erhofft. Demnach planen die Münchner, weniger als sieben Milliarden Euro und die Mehrheit an ihrem Zuggeschäft anzubieten, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Siemens bereite womöglich schon für Mittwoch ein sehr ausgefeiltes Angebot vor, das auch einige Bereiche der bestehenden Alstom-Energietechnik ausschliesse. So gelte der Hochspannungsleitungsbau der Franzosen als Verhandlungsmasse, da dort Kartellprobleme drohten.

Das Bargebot werde zudem um etwa 800 Millionen Euro geschmälert, weil Alstom noch erhebliche Strafen im Zuge laufender Korruptionsermittlungen in USA, Brasilien und Grossbritannien drohten. Siemens und Alstom wollten sich zu den Angaben nicht äussern.

Angebot dürfte kaum Zustimmung finden

Im Umfeld der Franzosen wurde klargemacht, dass Alstom sich angesichts des gut zwölf Milliarden Euro schweren GE -Angebots nicht unter Wert verkaufen wolle. «Wenn sie weniger Bares anbieten und einen geringeren Umfang als GE, wird das nicht die Zustimmung der Gremien finden», sagte ein Insider.

«Wenn sie Alstom nicht zusichern, die Kartellbedenken aus dem Weg zu räumen, brauchen sie erst gar kein Angebot vorzulegen.» Siemens werde daher jene Bereiche mit den grössten Überlappungen ausklammern. Dazu gehöre auch das Stromübertragungsgeschäft (T&D). Auf die Nukleartechnik und die Windenergiesparte wolle Siemens ohnehin verzichten. Hier könnte es aber Probleme geben: Einer dem französischen Lager nahestehenden Person zufolge gilt es als schwierig, das Nuklear-Turbinengeschäft vom konventionellen Stromerzeugungsgeschäft zu trennen.

Mehrere Konflikte

Das Bargebot der Münchner fällt auch deshalb geringer aus, weil sie Alstom zusätzlich dazu zumindest die Mehrheit an ihrer Zugsparte anbieten. Offen ist noch die Zukunft der Bahnsignaltechnik, für das Geschäft komme etwa ein Joint Venture in Frage. Auch hier könnte ein Konflikt drohen, denn Alstom dürfte an einer Mehrheitsposition in diesem Bereich interessiert sein.

Bei Siemens wird davon ausgegangen, dass GE-Chef Jeffrey Immelt am Mittwoch mit Frankreichs Präsident Francois Hollande über die Offerte der Amerikaner spricht. Der US-Konzern hatte sein Angebot, das von Alstom-Chef Patrick Kron bevorzugt wird, bis 23. Juni verlängert, um mehr Zeit für Verhandlungen mit der französischen Politik zu haben.

(reuters/dbe)

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