Die gescheiterte Übernahme des französischen Alstom-Konzerns birgt nach Einschätzung von Siemens -Chef Joe Kaeser auch Chancen für den deutschen Elektrokonzern. In einem Mitarbeiterbrief, der auch der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, verweist Kaeser zudem auf die Risiken für den US-Konzern General Electric, die mit der Alstom-Kooperation verbunden seien.

Die Umsetzung des «Deals» werde «zwei unserer Wettbewerber auf Jahre hinaus erheblich beschäftigen», meinte Kaeser. Und die französische Regierung als Hauptaktionär werde darüber hinaus dafür sorgen, «dass Produktivitäts- und Restrukturierungsmassnahmen amerikanischen Stils nicht übereifrig umgesetzt werden».

Konzentration auf «Vision 2020»

Nach Kaesers Einschätzung war die Alstom-Führung von vorneherein nicht offen für das Siemens-Angebot. Immerhin habe der Vorstand ein selbst um 2,3 Milliarden Euro höheres Angebot «nicht einmal mit uns diskutieren wollen», schreibt der Siemens-Chef. Dies lasse den Schluss zu, dass es von vornherein darum gegangen sei, «Siemens unter allen Umständen auszuschliessen». Siemens werde nun nach vorne schauen und sich auf die im Unternehmenskonzept «Vision 2020» festgelegten Prioritäten konzentrieren.

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(awp/vst)