1. Home
  2. Unternehmen
  3. Siemens droht Prozess in Brasilien

Klage
Siemens droht Prozess in Brasilien

Siemens: Klage im Anflug. (Bild: Keystone)

Die Regierung des brasilianischen Bundesstaates São Paulo will Anklage gegen Siemens erheben. Grund: Illegale Absprachen bei der Ausschreibung des U-Bahnbaus.

Veröffentlicht am 14.08.2013

Siemens droht ein Prozess wegen angeblicher Kartellabsprachen beim Bau der U-Bahn in der brasilianischen Metropole Sao Paulo. Der Gouverneur des gleichnamigen Bundestaates, Geraldo Alckmin, kündigte am Dienstag an, den deutschen Technologiekonzern auf Schadensersatz zu verklagen. Siemens wollte sich dazu zunächst nicht äussern.

Siemens und anderen Unternehmen wird zur Last gelegt, durch Absprachen die Preise in Verträgen über den Bau von Zügen und eines U-Bahn-Netzes sowie deren Instandhaltung zwischen 1990 und 2007 in die Höhe getrieben zu haben. Die brasilianische Wettbewerbsbehörde hat Untersuchungen eingeleitet. Der Brasilien-Chef von Siemens, Paulo Stark, hatte eine volle Kooperation mit den Behörden zugesichert. In Sao Paulo haben sich in den vergangenen Jahren auch die französische Alstom und andere international tätige Unternehmen an Ausschreibungen von Zugprojekten beteiligt.

Sao Paulo ist mit rund 20 Millionen Einwohnern Brasiliens bevölkerungsreichste Stadt. Jährlich werden dort Milliarden von Dollar ausgegeben, um den öffentlichen Nahverkehr, Strassen und andere Infrastruktur auszubauen. Im Juni und Juli hatten gestiegene Fahrkartenpreise zu landesweiten Proteste gegen Korruption und Mängel beim öffentlichen Nahverkehr geführt.

(chb/tke/reuters)

Anzeige