Der Elektrokonzern Siemens macht seine Solarsparte dicht. Betroffen sind rund 280 Mitarbeiter vor allem in Israel. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht des «Handelsblatts». Es habe sich angesichts der Krise der gesamten Solarbranche kein Investor gefunden. Der Konzern hatte vor gut einem halben Jahr seinen Ausstieg aus dem Geschäft angekündigt. Bei Siemens läuft ein milliardenschweres Sparprogramm, mit dem der Konzern bei der Profitabilität zur Konkurrenz aufschliessen will.

1 Milliarde in Sand gesteckt

Das erst vor vier Jahren gestartete Solarabenteuer dürfte Siemens am Ende rund eine Milliarde Euro gekostet haben. Bereits im Januar hatte der Konzern die Belastungen aus Abschreibungen und operativen Verlusten auf 850 Millionen Euro beziffert. Laut dem aktuellen Quartalsbericht könnten noch einmal rund 150 Millionen Euro dazukommen.

Siemens war erst 2009 mit der Übernahme des israelischen Solarthermie-Spezialisten Solel für 284 Millionen Euro in das Geschäft eingestiegen. Damals war die Euphorie gross. Doch angesichts des Preisverfalls bei der Photovoltaik setzte sich auch die Solarthermie nicht durch. Bei solarthermischen Anlangen wird mit gebündeltem Sonnenlicht eine Flüssigkeit erhitzt, deren Dampf wiederum einen Generator antreibt, bei Photovoltaik erzeugen die Solarzellen direkt Strom. Auch aus dem Wüstenstromprojekt Desertec ist Siemens inzwischen ausgestiegen.

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(chb/sda)