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Preisabsprachen
Siemens-Gelder wegen Kartellverdacht eingefroren

Siemens: Das deutsche Unternehmen kooperiert in Brasilien mit den Behörden. (Bild: Keystone)

Brasilien hat im Zusammenhang mit der Untersuchung von Unregelmässigkeiten beim U-Bahn-Bau in São Paulo Gelder von Siemens und Alstom eingefroren.

Veröffentlicht am 09.11.2013

Im Verfahren um mögliche illegale Preisabsprachen beim U-Bahnbau in der brasilianischen Metropole São Paulo sind von Siemens und Alstom Vermögenswerte in Millionenhöhe eingefroren worden. Betroffen seien insgesamt drei Unternehmen und fünf Privatpersonen.

Darunter seien drei frühere Mitarbeiter der örtlichen Verkehrsbetriebe, teilte die brasilianische Justiz am Freitag mit. In der Erklärung war die Rede vom «Fall Alstom-Siemens». Insgesamt wurden demnach umgerechnet gut 19 Millionen Euro eingefroren.

Kooperation nach Androhung von Klage

Die Behörden verdächtigen Siemens, sich bei der Ausschreibung des Metrobaus in den Jahren 1999 bis 2009 mit dem französischen Unternehmen Alstom, CAF aus Spanien, Bombardier aus Kanada und Mitsui aus Japan abgesprochen haben. Der deutsche Konzern verweigerte den Behörden Medienberichten zufolge zwei Mal Auskünfte dazu, übergab dem Kartellamt schliesslich aber die Unterlagen, um einen Strafprozess zu verhindern.

Im August sagte Siemens nach Einleitung von Ermittlungen und Androhung einer Zivilklage seine volle Kooperation mit den brasilianischen Behörden zu. Mitte Oktober erklärte sich das Unternehmen zudem grundsätzlich zu Gesprächen über eine Entschädigung bereit, sollten die Vorwürfe der illegalen Preisabsprache bei der Ausschreibung des U-Bahnbaus bewiesen werden.

(awp/sda/jev)

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