Der Elektrokonzern Siemens hat wegen Problemen im Windkraftgeschäft und hohen Abschreibungen auf seine Telefonnetztochter NSN seine Gewinnprognose gekappt. Statt einem Gewinn von 6 Milliarden Euro aus dem fortgeführten Geschäft rechnet Siemens nun im Geschäftsjahr nur noch mit einem Überschuss von 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro, wie der Konzern in München mitteilte. Analysten hatten bereits damit gerechnet. Die Ziele für den Auftragseingang und den Umsatz bleiben dagegen bestehen.

Der Beteiligungsverlust bei dem seit Jahren kriselnden Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks belief sich in dem vergangenen Quartal auf 640 Millionen Euro. Die anhaltenden Probleme bei der Anbindung von Nordsee-Windparks ans Stromnetz sorgte für eine Belastung von 278 Millionen Euro. Schon im ersten Quartal hatte Siemens hier gut 200 Millionen Euro abschreiben müssen.

Operativ lief es dagegen im grossen und ganzen rund. Zwar sank der Auftragseingang zwischen Januar und März unerwartet deutlich um 13 Prozent auf 17,88 Milliarden Euro. Hier machten sich fehlende Grossaufträge bemerkbar. Der Umsatz legte wegen des immer noch dicken Auftragspolsters hingegen von 17,84 Milliarden auf 19,23 Milliarden Euro zu. Analysten hatten mit einem weniger starken Plus gerechnet.

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Das Ergebnis der mittlerweile vier Kerngeschäftsfelder Industrie, Energie, Gesundheit, sowie Infrastruktur und Städte, das Siemens als Sektorenergebnis ausweist, brach von 3,7 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,93 Milliarden Euro ein. Unter dem Strich standen nach 2,8 Milliarden Euro vor einem Jahr nur noch 1,02 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem Rückgang in dieser Grössenordnung gerechnet.

(laf/chb/sda)