In Brasilien sorgen Ermittlungen über etwaige illegale Preisabsprachen bei Aufträgen zum U-Bahn-Bau in Sao Paulo für Wirbel. Die Zeitung «Folha de Sao Paulo» berichtete, Siemens habe der Wettbewerbsbehörde Cade Akten vorgelegt, die zeigten, dass die Regierung des Bundesstaates Sao Paulo von der Kartellbildung gewusst habe. Siemens zeigte sich «überrascht» und betonte, das Unternehmen sei weder jetzt noch bei früheren Berichten Quelle für solche Informationen gewesen und wisse nicht, auf welchem Fundament diese «Spekulationen» beruhten.

An dem Kartell sollen mehrere Firmen beteiligt gewesen sein, darunter Siemens selbst, das kanadische Unternehmen Bombardier , die spanische Firma CAF und das Unternehmen Mitsui (Japan). Mitte Juli hatten Medien berichtet, Siemens habe Selbstanzeige wegen möglicher Kartellbildung gestellt. Ein Siemens-Sprecher hatte dazu erklärt, man arbeite mit den Behörden zusammen.

Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Zeitraum von etwa 2000 bis 2007. Es geht um den Bau von U-Bahnlinien und die Beschaffung sowie Wartung von Zügen. Cade erklärte, der Fall sei noch in der Vorermittlungsphase. Erst nach Auswertung aller Fakten und der Aufnahme eines eventuellen Verfahrens könnten die betroffenen Firmen und Personen genannt werden. «Cade ist in dem Fall bislang zu keiner Schlussfolgerung gekommen», hiess es.

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(rcv/jev/awp)