Europas grösster Elektrokonzern Siemens ist mit einem sehr durchwachsenen Ergebnis in sein neues Geschäftsjahr gestartet. Vorstandschef Peter Löscher legte die Zahlen unmittelbar vor Beginn der Siemens-Hauptversammlung in München vor und stimmte die Anteilseigner auf eine schwierige Wegstrecke ein. Von der Weltwirtschaft erwarte er im weiteren Jahresverlauf keinen Rückenwind, sagte er. Er richte seine volle Aufmerksamkeit jetzt auf das Sparprogramm.

Im ersten Quartal von Oktober bis Dezember fiel der Gewinn um 12 Prozent auf 1,214 Milliarden Euro. Der Umsatz legte dagegen dank eines guten Auftragspolsters und neuer Bestellungen aus Schwellenländern leicht zu auf 18,1 Milliarden Euro. Aber erneut drückten Sonderbelastungen auf das Ergebnis. Die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn kostete Siemens 116 Millionen Euro, bei der Solarsparte fielen wegen weiterer Abschreibungen 150 Millionen Euro Verlust an. Der Auftragseingang lag erstmals seit drei Quartalen wieder über dem Umsatz, blieb allerdings deutlich hinter dem Vorjahresquartal zurück.

NSN und Osram machen Gewinn

Ein Lichtblick bot der Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemens Networks (NSN), der nach einer langen Strecke mit roten Zahlen 50 Millionen Euro Gewinn beisteuerte. Osram machte sogar 80 Millionen Euro Gewinn. Die Hauptversammlung sollte am Nachmittag über die Abspaltung der Lichtsparte und die Ausgabe von gut 80 Prozent der Osram-Aktien an die Siemens-Aktionäre abstimmen.

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Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte der Konzern. Demnach sollen die Bestellungen nach dem Einbruch im Vorjahr wieder zwischen 3 und 5 Prozent klettern. Beim Umsatz wird sich aber eben diese Schwäche aus dem Vorjahr bemerkbar machen.

Eine harte Zahl für das Umsatzziel gibt es weiterhin nicht, der Umsatz solle sich dem Niveau des vergangenen Jahres von 78,3 Milliarden Euro "annähern", heisst es lediglich. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften soll 2013 zwischen 4,5 und 5,0 Milliarden Euro herauskommen. Darin enthalten sind Kosten von einer Milliarde Euro für das Sparprogramm, das bis 2014 Einsparungen von sechs Milliarden Euro bringen soll. Die Ergebnismarge der Sektoren soll dann mindestens 12 Prozent erreichen. Im vergangenen ersten Geschäftsquartal lag sie bei 9,3 Prozent.

(tke/chb/awp)