Noch-Siemens-Chef Peter Löscher hat einen Bericht zurückgewiesen, er fordere im Gegenzug für sein Ausscheiden den Abgang von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. «Es geht mir ausschliesslich um das Wohl von Siemens und der 370.000 Siemensianer, die zurecht stolz auf ihr Unternehmen sind», sagte Löscher der «Bild»-Zeitung (Dienstag).

Ein Siemens-Sprecher erklärte am Montag in München, es stimme nicht, dass Löscher seinen Vorstandsposten nur dann räumen wolle, wenn zugleich auch Cromme das Kontrollgremium verlasse.

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Kampfabstimmung

Die «Süddeutsche Zeitung» (Montag) hatte zuvor berichtet, Löscher wolle sich in seine Ablösung nur fügen, wenn auch Cromme zurücktrete. Ansonsten wolle er es auf eine Kampfabstimmung in der Sitzung des Aufsichtsrates am Mittwoch ankommen lassen.

Die Siemens-Aufseher hatten sich am Wochenende auf die Absetzung Löschers und auf die Berufung von Finanzvorstand Joe Kaeser als Nachfolger geeinigt. Löscher war nach zahlreichen Misserfolgen zunehmend in Bedrängnis geraten. Höhepunkt der Pannenserie war die zweite Gewinnwarnung bei Siemens in nicht einmal drei Monaten am Donnerstag.

(rcv/aho/reuters)