«Der Kurs müsste zwischen 1.40 und 1.50 Franken liegen», sagt Siemens-Schweiz-Chef Siegfried Gerlach über den Euro-Franken-Kurs. Wenn sich der Kurs nicht in vernünftiger Zeit erhole, werde der Werkplatz Schweiz in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Gerlach erwartet Verlagerungen von Arbeitsplätzen ins Ausland und Firmenpleiten.

Auch Siemens Schweiz mit 6500 Mitarbeitern sitze in der Euro-Falle. «Im Bereich Gebäudetechnik mit unserem Headquarter und den Entwicklungs- und Produktionseinheiten in Zug haben wir mit Konkurrenz aus dem Euro- und dem Dollar-Raum zu kämpfen, die ihre Kursvorteile direkt am Markt weitergeben oder mit ihren Billigarbeitern über die Grenze kommen», so Gerlach.

Ein Stellenabbau in Zug stehe zwar derzeit nicht zur Diskussion. «Aber ich schliesse andere Massnahmen nicht aus, wie sie andere Firmen schon getan haben.»
 
Der Siemens-Schweiz-Chef kritisiert auch den Atom-Ausstieg. «Der Entscheid ist viel zu schnell gefällt worden. Ich bin nicht sicher, ob der Bundesrat sich gründlich vergewissert hat, ob wir in der Lage sein werden, den Atomstrom zu ersetzen», sagt Gerlach. Es werde schwierig, den Atomstrom bis zum vorgesehenen Ausstieg 2034 zu kompensieren.
 
Im laufenden Bieterverfahren um die Vergabe von 60 neuen Trams für Basel, das Ende Oktober abgeschlossen werden soll, sieht sich Gerlach nicht in der Pole-Position. «Ich bin da nicht zu optimistisch, weil ich weiss, dass wir preislich nicht an erster Stelle gelegen sind. Und der Preis wird sicher eine grosse Rolle spielen», sagt er.

Lesen Sie das ganze Interview mit Siegfried Gerlach in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

(tno)

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