Die geplante Übernahme durch die französische Saint-Gobain stösst bei den Managern des Bauchemiekonzerns Sika auf immer breiteren Widerstand. In einem Brief an Saint-Gobain-Chef Pierre-André de Challendar stellen sich 140 Manager gegen die Transaktion.

Die vorgeschlagene Transaktion bringe keine Synergien und gefährde das zukünftige Wachstum von Sika, hiess es in dem der Nachrichtenagentur sda vorliegenden Brief.

140 Manager begehren auf

Unterzeichnet haben ihn 140 der insgesamt 160 zum höheren Management gehörenden Länderchefs und Bereichsleiter, wie Sika-Sprecher Dominik Slappnig am Dienstag auf Anfrage sagte. Nicht unterschrieben wurde der Brief von der Geschäftsleitung, die ihren Standpunkt bereits früher und mehrmals zum Ausdruck gebracht hatte.

Wie Slappnig sagte, ist den Länderchefs die direkte Konkurrenz durch Saint-Gobain sehr bewusst. Behauptungen des französischen Konzerns, es gebe Synergien, wiesen die Manager von sich. Angesichts des Transaktionspreises müsse Saint-Gobain Synergien schaffen und dabei seien die Folgen ebenfalls klar: Stellenabbau ausserhalb Frankreichs, erklärte Slappnig.

Erbitterter Widerstand

Die 140 Unterzeichneten hielten im Brief fest: «Wir bitten Sie einmal mehr dringend, Ihre Pläne zu überdenken, die unserer Einschätzung nach grosse Risiken für beide Seiten darstellen.»

Die Manager verstünden nicht, wie ein Unternehmen von der Reputation Saint-Gobains sich auf ein derartiges Übernahmeabenteuer einlassen könne - ohne Buchprüfung, ohne Unterstützung des Verwaltungsrats und gegen die Opposition der Geschäftsleitung. Die Manager forderten de Chalendar zu Gesprächen auf.

Alles wird angefochten

Jede Entscheidung, die die Minderheitsaktionäre benachteiligen könnte, werde angefochten, hiess es in dem auf den 13. Oktober datierten Brief weiter. Sika wachse schneller als Saint-Gobain und sei zudem profitabler. Die beiden Firmen passten strategisch und kulturell nicht zusammen, eine Übernahme bringe keiner Seite Vorteile.

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«Sie werden erbittertem Widerstand von allen Seiten gegenüberstehen», schrieben die Manager. Im Übernahmekampf sind mehrere Gerichtsverfahren am Laufen.

(sda/ise/ama)