Im Streit um Sika und den Übernahmeversuch durch Saint-Gobain wird ein weiteres rechtliches Kapitel aufgeschlagen. Cascade Investment LLC und die Bill & Melinda Gates-Stiftung hätten vom Entscheid der Eidg. Finanzmarktaufsicht (Finma) im Zusammenhang mit der Opting-Out-Klausel Kenntnis genommen, seien aber mit den Interpretationen, Begründungen und Schlussfolgerungen der Finma nicht einverstanden, teilen die Sika-Aktionäre am Montag mit. Sie fechten den Entscheid entsprechend an.

Die Finma hatte in einem Entscheid von Anfang Mai die Haltung der Übernahmekommission gestützt, wonach die Opting-Out-Klausel in den Sika-Statuten im Streit um die Kontrolle über den Baustoffkonzern gültig ist. Die Übernahmekommission (UEK) hatte am 1. April entschieden, dass die Klausel bei der Transaktion zwischen der Schenker-Winkler Holding AG (SWH) und der Compagnie de Saint-Gobain (Saint-Gobain) Anwendung findet. SWH, Saint-Gobain sowie allenfalls in gemeinsamer Absprache handelnde Personen seien nicht verpflichtet ein öffentliches Kaufangebot an die Aktionäre der Sika AG zu unterbreiten, hiess es seitens der UEK.

Gegen «feindliche Übernahme»

Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda halten über die Beteiligungsgesellschaft Cascade und ihre Stiftung schon seit längerem 3 Prozent der Sika-Stimmrechte. Mit der Prüfung der Opting-Out-Klausel wollten sie Klarheit darüber erhalten, ob der französische Saint-Gobain-Konzern allen Publikumsaktionären ein Kaufangebot unterbreiten muss.

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Cascade und die Stiftung würden sich weiter gegen den «feindlichen Übernahmeversuch» von Saint-Gobain wehren und sich dafür einsetzen, dass Saint-Gobain ein öffentliches Übernahmeangebot an alle Sika-Aktionäre machen müsse, heisst es weiter in der Mitteilung. Entsprechend sei beim Bundesgericht in St. Gallen gegen den Finma-Entscheid appelliert worden.

(awp/dbe/gku)