Der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain hat nach einem enttäuschenden Quartal seine Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Auf dem Resultat lastete die Lage in Frankreich und überhaupt das schwierige Umfeld, wie er am Mittwochabend mitteilte. In den ersten neun Monaten erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 28,7 Milliarden Euro, 3,9 mehr als im Vorjahr. Auf vergleichbarer Wechselkursebene blieb aber nur ein Wachstum von 0,4 Prozent.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 2,2 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro dank eines positiven Wechselkurseffekts von 1,8 Prozent. Das dritte Quartal sei gegenüber den Erwartungen enttäuschend ausgefallen, hiess es im Communiqué.

Sika-Pläne bleiben kleben

Besonders das Frankreich-Geschäft sei rückläufig und zeige keine Besserungstendenzen. Und auch die anderen Märkte in Westeuropa erholten sich nur moderat. Für das vierte Quartal geht Saint-Gobain von noch schwierigeren Bedingungen aus.

Im weiteren teilte Saint-Gobain mit, an der geplanten Übernahme des Schweizer Bauchemie- und Klebstoff-Konzerns Sika festzuhalten. Man warte auf Gerichtsurteile aus Zug, die im ersten Semester 2016 fallen dürften. Saint-Gobain-Gruppe steckt mit Sika in einer Übernahmeschlacht.

Kampf um Unabhängigkeit

Im Dezember 2014 hatten die Sika-Erben beschlossen, ihren Aktienanteil von 16,1 Prozent an Saint-Gobain zu verkaufen. Die Krux: Die 16,1 Prozent des Aktienkapitals berechtigen zu 52,4 Prozent der Stimmrechte von Sika.

Die Minderheitsaktionäre, das Management und der Verwaltungsrat von Sika wehren sich seither vehement gegen den Verkauf der Kontrollmehrheit. Es tobt ein erbitterter Streit, der inzwischen auf juristischem Weg ausgefochten wird.

(awp/ise)