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Urteil
Sika-Erbenfamilie blitzt vor Gericht ab

Logo von Sika: Die Erbenfamilie erleidet vor Gericht eine Niederlage. Keystone

Die Sika-Erbenfamilie Burkard kann keine ausserordentliche Generalversammlung einberufen. Das entschied das Kantonsgericht Zug. Ein anderes Urteil steht noch aus.

Veröffentlicht am 17.03.2015

Im Streit um die Übernahme der Aktienmehrheit am Zuger Bauchemie- und Klebstoffherstellers Sika durch den französischen Konzern Saint-Gobain ist offenbar ein weiterer Gerichtsentscheid gefällt worden. Das Kantonsgericht Zug habe das Begehren der Schenker-Winkler-Holding (SWH) der Erbenfamilie Burkard auf die Abhaltung einer ausserordentlichen Generalversammlung durch Sika abgelehnt, teilt Sika mit.

Das Gericht habe den Entscheid damit begründet, dass es keinen Sinn mache, so kurz vor der ordentlichen Generalversammlung eine ausserordentliche GV abzuhalten, schreibt Sika. Dafür bestehe laut dem Gericht auch keine besondere Dringlichkeit.

Verwaltungsrat soll wiedergewählt werden

Sika hat allerdings das Datum für die ordentliche GV, den 14. April 2015, erst vor zwei Tagen bekanntgegeben. Dabei soll gemäss eigenem Antrag der gesamte Verwaltungsrat wiedergewählt werden. Sollte das nur teilweise geschehen, würden die unabhängigen Verwaltungsräte ihre Wahl nicht annehmen.

Gemäss einer eigenen Mitteilung der SWH wurde das Begehren für die Einberufung einer ausserordentlichen GV vom Einzelrichter in Zug abgelehnt. Dieser habe jedoch festgehalten, dass die SWH mit einem Aktienkapital von über 10 Prozent zur Einberufung einer solchen GV legitimiert sei, was von Sika bestritten wurde.

Noch kein Urteil betreffend Stimmrechtsbeschränkung

Die Familienholding will die drei Verwaltungsräte Paul Hälg, Monika Ribar und Daniel Sauter abwählen lassen. Die SWH hatte bereits im vergangenen Dezember auf die Einberufung einer ausserordentlichen GV gedrängt.

Die vom Sika-Verwaltungsrat erlassene Stimmrechtsbeschränkung der Erben-Holding auf 5 Prozent beurteilte das Kantonsgericht noch nicht. Die Opting-out-Klausel der Schenker-Winkler-Holding kommt nach Ansicht des Aufsichtsgremiums nicht zum Tragen, weil die Holding zusammen mit dem Käufer Saint-Gobain eine Stimmrechtsgruppe bildet.

Richter soll bis Ende März entscheiden

Saint-Gobain müsste für eine Übernahme demnach allen Aktionären ein Angebot machen und könnte sich nicht einfach durch die Übernahme der 16,4 Prozent Kapitalanteile der Erben 52,6 Prozent der Stimmrechte sichern.

Die SWH geht gemäss ihrer Mitteilung davon aus, dass der Richter in dieser Frage bis Ende März entscheiden werde.

(awp/dbe/ama)

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