Die zwei Jahre andauernde Übernahmeschlacht beim Bauchemie- und Klebstoffherstellers Sika war das Top-Thema beim Investorentag. Die Mehrheit der Anwesenden interessierte sich fast nur dafür. Konzernchef Jan Jenisch betonte auch gleich zu Beginn der Veranstaltung in seiner Rede, dass die Gruppe trotz des laufenden Streits um die Eigentümerschaft nicht vom Wachstumskurs abkommen werde, auch wenn die Übernahmeschlacht in vielfacher Hinsicht frustrierend sei.

Der Manager bezeichnete die Transaktion zudem mehrfach als feindliche Übernahme, welche die Wachstumsambitionen des Sika-Konzerns zerstöre. Jenisch machte obendrein erneut seinen Standpunkt deutlich, wonach er für die Zukunftspläne von Saint Gobain nicht zur Verfügung stehe. Gespräche mit den Franzosen gebe es derzeit keine. Nunmehr müssten die Gerichte in der mittlerweile sehr komplizierten Situation entscheiden, sagte der Sika-Konzernchef.

Arbeiter gaben ihr Bestes

Allerdings habe die Transaktion auch positive Seiten, hob Jenisch am Dienstag hervor. So seien die Sika-Mitarbeiter derzeit extrem motiviert und würden ihr Bestes geben, um zu demonstrieren, wie gut es ohne die Franzosen gehe. Ohnehin zweifelt das Sika-Management an den von Saint Gobain bezifferten Synergieeffekten, die ohne tiefergehende Prüfung der Bücher von Sika ermittelt worden seinen.

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Zur Nachrichtenagentur sda sagte Jenisch am Rande der Veranstaltung, dass man sich operativ nicht von der Transaktion beirren lasse. Der Konzern setze seinen Wachstumskurs ohne Abstriche fort.

Viele Zukäufe im 2016

Neben diesem Thema über die Eigentümerschaft des Konzerns bestätigte Sika am Dienstag seine Unternehmensziele aus der Strategie sowie die Ziele für das laufende Geschäftsjahr. So blickt die Gruppe laut Jenisch in den ersten 8 Monaten 2016 bereits auf die Eröffnung von 8 neuen Produktionsstandorten, die Gründung von 4 weiteren Landesgesellschaften sowie zwei Akquisitionen zurück.

Neben den Finanzzielen will das in Baar domizilierte Unternehmen jedes Jahr 6 bis 8 neue Werke eröffnen und bis zum Ende des Strategiezyklus 2018 mit mindestens 100 Landesgesellschaften operieren. Für Sika ist dieses strategische Ziel mit momentan 97 Niederlassungen bereits zum Greifen nah.

Betriebsgewinn gestiegen

Jenisch hob an der Investorenkonferenz nochmals die vielerorts als beachtlich eingestuften Halbjahresresultate hervor. So stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 6,9 Prozent auf rund 2,8 Milliarden Franken. In Lokalwährung ging es bei den Einnahmen um plus 7,6 Prozent nach oben. Das strategische Wachstumsziel liegt im Intervall zwischen 6 und 8 Prozent.

Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit erhöhte sich im ersten Semester um rund 23 Prozent auf zirka 350 Millionen Franken; die Marge stieg auf 12,6 Prozent. Als strategisches Ziel will Sika eine Betriebsgewinnmarge zwischen 12 bis 14 Prozent erreichen.

Zu wenig ambitioniert?

Mit Blick auf den bereits erreichten hohen Zielerfüllungsgrad liegt die Frage nahe, ob die Unternehmensziele nicht als zu wenig ambitioniert zu bezeichnen sind. Diesbezüglich sagte Jenisch zur sda, dass die Vorgaben durchaus anspruchsvoll und nicht so einfach zu erreichen seien.

Jenisch liess es sich am Dienstag obendrein vor versammelter Medien- und Investorenvertretern nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass die Sika-Gruppe seit 2012 bereits 19 Unternehmen mit einem Umsatz von rund 600 Millionen Franken akquirierte. Ausserdem eröffnete der Konzern seither 51 neue Produktionsstandorte sowie 20 weitere Landesgesellschaften.

(sda/gku/chb)