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Streit
Sika-Manager drohen mit Abgang

Sika: Die Burkards haben einen Stimmenanteil von 52 Prozent. Keystone

Nach der Sika-Spitze stellen sich nun auch die Manager der tieferen Ebene gegen eine Übernahme. In einem Brief halten sie Saint-Gobain-Lenker Chalendar unter anderem eine zentralistische Führung vor.

Veröffentlicht am 04.02.2015

Die geplante Übernahme durch die französische Saint-Gobain stösst bei den Managern des Schweizer Bauchemiekonzerns Sika auf breiten Widerstand. Die Transaktion würde dem Unternehmen schaden und für die Aktionäre und Mitarbeiter ernsthafte Nachteile bewirken, hieß es in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Brief von über 100 Länderchefs und Bereichsleitern an Saint-Gobain-Lenker Pierre-Andre de Chalendar. Sie forderten ihn auf, seine Pläne zu überdenken. Andernfalls erwäge eine beträchtliche Anzahl an Managern, Sika zu verlassen.

Der französische Baustoffkonzern hatte im Dezember angekündigt, das Aktienpaket der Sika-Gründerfamilie Burkard für 2,75 Milliarden Franken zu kaufen. Die Burkards haben zwar nur einen Kapitalanteil von 16 Prozent, aber einen Stimmenanteil von 52 Prozent. Damit können sie den Verwaltungsrat mit eigenen Vertretern besetzen und so mit einem vergleichweise geringen Kapitaleinsatz die Kontrolle über Sika übernehmen.

Chalendar will antworten

Die Sika-Spitze stellte sich bereits unmittelbar nach der Ankündigung gegen den Deal. Nun äusserte sich erstmals auch die Management-Ebene darunter. Sika wachse schneller als Saint-Gobain und sei zudem profitabler, erklärten die Führungskräfte, von denen die meisten schon viele Jahre für das Unternehmen arbeiteten. Bei Sika verfügten die Bereichsleiter über viel Autonomie, während Saint-Gobain zentralistisch geführt sei.

Eine Übernahme durch die Franzosen würde Manager und Mitarbeiter ernsthaft demotivieren. «Aus diesen Gründen lehnen wir die Übernahme von Sika durch Saint-Gobain in der vorliegenden Form entschieden ab», hiess es in dem auf Dienstag datierten Brief.

Eine Saint-Gobain-Sprecherin erklärte, de Chalendar habe den Brief erhalten und werde den Sika-Managern eine Antwort schicken.

(reuters/tno/me)

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