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Streit
Sika schwärzt Erbenfamilie bei der Finma an

Sika: Der Bauzulieferer wirft der Erbenfamilie vor, die Meldepflicht verletzt zu haben. Keystone

Das Sika-Management schlägt ein neues Kapitel im Streit mit der Erbenfamilie Burkard auf. Das Team um den Verwaltungsratspräsidenten Paul Hälg glaubt, die Familie habe die Meldepflicht verletzt.

Veröffentlicht am 27.04.2015

Weitere Wendung im Streit um Sika: In den Augen des Bauzulieferers haben die Erbenfamilie Burkard und die französische Saint-Gobain möglicherweise die Offenlegungspflicht verletzt. Sika wandte sich darum am Montag an die Finanzmarktaufsicht (Finma).

Am 7. April, eine Woche vor der Sika-Generalversammlung, hätten die Erbenfamilie Burkard und Saint-Gobain die Auflösung ihrer Gruppe gemeldet, teilte Sika am Montag mit. Als Grund hätten sie den Verkauf von privat gehaltenen Sika-Aktien von der Familie Burkard an die Schenker Winkler Holding AG (SWH) angegeben. In den Augen von Sika besteht die Verbindung zwischen den Burkard-Erben, der SWH und Saint-Gobain aber weiterhin. Die drei beteiligten Parteien hätten diese Verbindung im Dezember 2014 selbst gemeldet.

Zur Meldung verpflichtet

Der ursprüngliche Zweck der Gruppe – laut Communiqué «Sicherstellung des ordentlichen Übergangs der Kontrolle» über Sika – bestehe nach wie vor. Das bestätigten ein neuer Vertrag und die bisherigen «zahlreichen Handlungen» der Vertragsparteien. Die Meldung an die Finma ist in den Augen von Sika Pflicht. Eine Gesellschaft müsse so vorgehen, wenn sie Grund zur Annahme habe, dass ein Aktionär der Meldepflicht nicht richtig nachgekommen sei, schrieb sie mit Verweis auf das Börsengesetz.

Die Erbenfamilie Burkard hatte im vergangenen Dezember beschlossen, ihren Aktienanteil an Sika für 2,75 Milliarden Franken an die Konkurrenzfirma Saint-Gobain zu verkaufen. Um die Transaktion einzuleiten, wollten die Erben an der Generalversammlung vom 14. April eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat wählen lassen.

Gang zum Friedensrichter

Der Sika-Verwaltungsrat verhinderte dies allerdings mit einem juristischen Kniff. Er beschränkte die Stimmrechte der SWH gestützt auf eine Interpretation der Statuten bei den entscheidenden Traktanden auf 5 Prozent.

Das will die Erbenfamilie Burkard nicht akzeptieren. Sie wandte sich deshalb an das zuständige Friedensrichteramt, wie die «NZZ am Sonntag» meldete. Die SWH will sich auf juristischem Weg gegen die Beschlüsse wehren, die ohne ihre Stimmkraft zustande gekommen waren.

(awp/ise)

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