1. Home
  2. Unternehmen
  3. Sika–Übernahmekampf: Im Sommer fallen die Würfel

Prognose
Sika–Übernahmekampf: Im Sommer fallen die Würfel

Sika: Seit Monaten kämpft Saint-Gobain um das Unternehmen. Keystone

Saint-Gobain ist von den Kaufabsichten nicht abgerückt: Die Franzosen wollen Sika übernehmen. Ob dies gelingt, entscheidet die Justiz – und es gibt einen Zeitplan.

Veröffentlicht am 29.01.2016

Der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain hält trotz des Widerstands des Managements und vieler Aktionäre an der geplanten Übernahme des Schweizer Rivalen Sika fest. «Uns gibt es seit mehr als 350 Jahren», sagte Saint-Gobain-Manager Laurent Guillot. «Angesichts der überwältigenden industriellen Logik der Transaktion sind wir geduldig und durchaus bereit, noch ein paar Monate zu warten.» Saint-Gobain habe bei den eigenen Aktionären starke Unterstützung für den Zukauf.

Saint-Gobain hatte im Dezember 2014 angekündigt, das Aktienpaket der Sika-Gründerfamilie Burkard für 2,75 Milliarden Franken zu kaufen. Die Burkards haben zwar nur einen Kapitalanteil von 16 Prozent, aber einen Stimmenanteil von 52 Prozent. Damit können sie den Verwaltungsrat mit eigenen Vertretern besetzen und so mit einem vergleichweise geringen Kapitaleinsatz die Kontrolle über Sika übernehmen. Während die Burkards einen Aufschlag von 80 Prozent zum damaligen Aktienkurs erhalten, sollen die übrigen Aktionäre leer ausgehen.

Die Justiz wird entscheiden

Angesichts der verhärteten Fronten zwischen Sika und den Minderheitsaktionären einerseits und der Familie und Saint-Gobain andererseits wird schlussendlich wohl ein Gericht entscheiden, ob Sika übernommen wird. Das wichtigste von mehreren Verfahren läuft derzeit im Kanton Zug. «Wir erwarten einen Entscheid des Gerichts in Zug zwischen Juni und September», erklärte Guillot. Er sei zuversichtlich, dass sein Unternehmen vor Gericht recht erhalte.

Saint-Gobain habe weder die Verpflichtung noch die Absicht, den übrigen Sika-Aktionären ein Kaufangebot zu unterbreiten. Stattdessen peile der Konzern andere Zukäufe an, sagte Guillot. «Wir haben die finanzielle Kraft für weitere Akquisitionen.»

(reuters/mbü)

Anzeige