Roland Herrmann, COO der Clariden Leu, erklärte eingangs der Veranstaltung, wie die Finanzkrise über den Margendruck und die steigenden Regulierungskosten den Druck auf die effiziente Ausgestaltung der Wertschöpfungsketten und so die Anforderungen an IT-Systeme zusätzlich erhöhe. Robert Schleich, Head of IT Banking Operations, Bank Julius Bär, erläuterte, dass eine vollumfängliche Ausrichtung auf Standardisierung auch die Gefahr von «diseconomies of scale» und von «single points of failure» in sich birgt. Wie Damir Bogdan, CIO der Raiffeisen Schweiz, ausführte, ist bei der Weiterentwicklung der IT das «Silo busting» (Ausbrechen aus der Silomentalität) ein kulturell entscheidender Erfolgsfaktor. Die Einführung neuer und standardisierterer Modelle sollte demnach nicht mit alteingesessenen Denkmustern einhergehen. Peter Gertsch, CIO der Basler Kantonalbank, empfahl eine gestaffelte Umsetzung von Change-Vorhaben und ein starkes Teambuilding.

Francisco Fernandez, CEO von Avaloq Evolution AG, riet zu einem azyklischen Investitionsverhalten, da am Horizont neue bahnbrechende Entwicklungen erkennbar seien. Hans Geiger, emeritierter Professor des Bankeninstituts, vollzog eine klare Analyse der Ursachen der Finanzkrise auch im längerfristigen Horizont und der Rolle der IT bei der Entstehung der Krise. Als möglichen Lösungsansatz für das «too big to fail»-Problem empfahl er den CCP-Ansatz (Central Counterparty). Bernhard Koye, Professor an der Fachhochschule Kalaidos, fasste die 16 Vorträge zusammen: «Die Herausforderungen für CIO sind der Spagat zwischen den steigenden Kundenbedürfnissen, den neuen technologischen Möglichkeiten und der Notwendigkeit von Effizienz- und Kostensenkungen.»