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«Simsala Win»: Coop droht erneute Anzeige

Verlockender Gewinn, aber für Nichtkunden eine komplizierte Teilnahme. (Bild: Screenshot)

Die Lotteriekommission Comlot ermittelt wegen eines Verstosses gegen das Lotteriegesetz. Nicht zum ersten Mal gerät ein Coop-Gewinnspiel in die Kritik - drei weitere Anzeigen gegen den Grossverteiler

Veröffentlicht am 19.11.2012

Für Manuel Richard, den Geschäftsführer der Lotteriekommission Comlot, ist der Fall klar: «Prima vista sieht es für uns nach einer illegalen Veranstaltung aus», sagt er gegenüber der Konsumsendung «Espresso» von Schweizer Radio DRS. Gemeint ist das Coop-Gewinnspiel «Simsala Win», bei dem in der Schlussverlosung unter anderem eine halbe Million Franken in bar winkt.

Coop verstosse mit seinem neuesten Gewinnspiel vermutlich gegen das Lotteriegesetz, heisst es. Grund dafür: Die gesetzlich vorgeschriebene Gratisteilnahme am Gewinnspiel sei laut Richard zu kompliziert. Der Kunde müsste im Normalfall Waren kaufen, um am Spiel teilzunehmen - konkret ist ein Mindesteinkauf von 20 Franken vorgesehen. Das komme laut «Espresso»-Bericht einem Einsatz gleich und sei daher illegal.

Noch diese Woche entscheide die Comlot, ob sie gegen den Grossverteiler eine Strafanzeige einreichen werde.

Comlot prüft Aufsichtsbeschwerde gegen Basler Behörden

Bei Coop reagierte man gelassen: «Wir haben von der Comlot noch nichts gehört in Zusammenhang mit ‹Simsala Win› - wir lassen das auf uns zukommen», sagt Sprecherin Sabine Vulic gegenüber SR DRS. Ohnehin dürfte eine mögliche Busse Coop nicht aus der Bahn werfen: Gemäss Lotteriegesetz droht maximal eine Busse von 10‘000 Franken.

Brisant: Es wäre nicht die erste Strafanzeige der Comlot wegen eines Coop-Gewinnspiels. «Seit November 2011 hat die Comlot den Grossverteiler bereits dreimal wegen Verstössen gegen das Lotteriegesetz angezeigt», resümiert «Espresso». Die Anzeigen beziehen sich auf das «1-Millionen-Franken-Spiel», auf «Big Win» und auf «Poli»-Spiele in Einkaufszentren.

Weil alle drei Verfahren bei den Basler Behörden nach wie vor hängig seien, prüfe Comlot-Geschäftsführer Manuel Richard nun gar eine Aufsichtsbeschwerde wegen der viel zu langen Bearbeitungszeit.

(vst/tke)

 

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