Wer eine günstige und modische Alternative zu Adidas und Nike sucht, wird häufig bei Skechers fündig. Die Turnschuhe aus Kalifornien sind in der Schweiz bisher bei Dosenbach, Ochsner Shoes, Manor oder auch SportXX zu kaufen. Nun aber will die Schuhmarke ihr internationales Geschäft stärken und auch in der Schweiz eigene Geschäfte eröffnen. Den Anfang wird im September ein Laden in Lugano machen, wie das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt gab.

Bereits seit 2013 ist Skechers mit Sitz in Lausanne als Firma im Handelsregister eingetragen. Das Schweizer Grundgerüst steht. Das Verteilzentrum für Europa befindet sich aber im belgischen Liège. Dieses wurde erst im vergangenen Jahr weiter ausgebaut, um für die Expansion von Skechers in der Schweiz und dem restlichen Europa gerüstet zu sein. Während sich der US-Heimmarkt nur schwach entwickelt, wächst das Geschäft im Rest der Welt positiv. Inzwischen setzen die Kalifornier jeden zweiten Dollar im Ausland um.

Investieren in die Expansion

Im ersten Quartal dieses Jahres konnte Skechers erstmals einen Umsatz von über 1 Milliarde Dollar melden. Anlässlich dieses Meilensteins äusserte sich COO und CFO David Weinberg erfreut über das internationale Geschäft und sagte mit Blick auf die Zukunft: «Wir glauben, dass der internationale Markt die besten Wachstumsmöglichkeiten bietet.» Das Unternehmen wolle daher auch weiter in die Infrastruktur und das Marketing investieren, um die aktuelle und geplante Expansion zu stützen – wie nun bekannt wurde auch in die Schweiz.

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Aktuell betreibt Skechers bereits über 1500 Geschäfte, wo rund 3000 Modelle verkauft werden. Gestartet ist das Unternehmen in Manhattan Beach bei Kalifornien. 1992 gründete Robert Greenberg die Turnschuhfirma zusammen mit seinem Sohn Michael. Die beiden amten bis heute als CEO respektive Präsident und beschäftigen inzwischen rund 4000 Vollzeitmitarbeiter.

Mehr als trendige Sneaker

Schnell konnte das junge Unternehmen etablierteren Marken wie Nike oder Adidas Marktanteile abjagen. Eine aktuelle Studie des Marktforschers Market Beyond sieht Skechers in der Kategorie Fashion Sneakers mit einem Marktanteil von 22 Prozent in den USA auf Platz eins. Besonders stark schneidet die Marke bei Frauen ab.

Skechers will aber mehr als eine Modemarke sein, das Sortiment umfasst denn auch eine athletische Linie. Als Werbeträger für seine Sportschuhe verpflichtete das Unternehmen den Weltklasseläufer Meb Keflezighi, der den Boston-Marathon mit Skechers an den Füssen gewinnen konnte. Konkurrenz macht den Amerikanern in diesem Segment auch eine Schweizer Firma: Vor sieben Jahren gegründet verkauft die Firma On bereits mehr Laufschuhe als Adidas und Nike und ist hierzulande die Nummer zwei hinter Asics. Im Interview mit der «Handelszeitung» erklärte Mitgründer David Allemann zudem Kalifornien zur aktuell höchsten Priorität im US-Markt. 

Seit 1999 ist Skechers an der New Yorker Börse kotiert. Während es für den Aktienkurs zuletzt auf und ab ging, gibt es nun offenbar Hoffnung. Diese Woche erhöhten gleich zwei Analysten ihre Erwartungen. Positiv stimmen sie neue Kollektionen, darunter Athleisure-Schuhe für Frauen und die Pleite des Günstig-Konkurrenten Payless ShoeSource. Vielleicht lohnt sich also neben dem Blick auf die Eröffnung des ersten Schweizer Skechers-Geschäfts auch ein Blick auf die Börse.