«Im Alter muss man sich auf dem Gebiet weiterbilden, das einem liegt, und sich dort als Spezialist anbieten», antwortet Erna Bivetti auf die Frage, wie man auf dem Arbeitsmarkt im fortgeschrittenen Alter fit bleibe. Auch sie hat sich nach ihren Kindern einer Zweitkarriere gewidmet und entsprechend weitergebildet. Heute ist Bivetti Professorin an der Kalaidos Fachhochschule und hält sich durch Unterrichten fit. Einer, der gerne solche Spezialisten anstellt, ist Stephan Peterhans, Personalleiter von PwC Schweiz. Obwohl er sich an der Veranstaltung zu den eher jüngeren zählen darf, bildet auch er sich laufend weiter. Ob bei einer in die Jahre gekommenen Führungspersönlichkeit die Umstellung in die Rolle eines Spezialisten klappe, hänge stark vom Charakter der Person ab, gibt Peterhans zu bedenken. Zu oft hätten Alpha-Tiere Mühe, abzugeben.

Sicherlich keine Mühe damit hatte Ton Koper, Creative Director von Respect Net und Gründer der powerAge Foundation. Dass er alt werde, sei ihm erst richtig bewusst geworden, als er an der Basler Mustermesse gefragt wurde, ob er ein AHV-Ticket wünsche, lacht Koper. Auch er unterstützt das Votum nach Weiterbildung: «Wer lernt, altert langsamer.» Die Angst vor dem Arbeitsmarkt sei für ältere Arbeitnehmer unnötig gross, denn das Ganze sei primär ein Marketingproblem, findet er. Dabei seien die Arbeitskultur, die Liefer- und die Beziehungsqualität die grössten Potenziale älterer Menschen.

Für Josef Kaiser, Geschäftsführer der Vitra AG, ist Alter manchmal gar ein Wettbewerbsvorteil. Er habe bei Anstellungen bereits bewusst nach Seniorität gesucht. Kaiser warnt aber auch, dass viele Leute im Alter für ihre Umgebung blind würden. Dabei sei es doch wichtiger, «mit Wertschätzung für die Umgebung durch das Leben zu laufen, als nur Wert schöpfen zu wollen». Er selber hält sich für das Berufsleben auch körperlich fit. Deshalb ersetzt Kaiser ungesunde Sandwiches am Mittag kurzerhand durch Früchte und Gemüse. Den Abend führte Moderator Martin Spieler, Chefredaktor der«Handelszeitung».

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