Einer, der auf die Emotionen der Bevölkerung baut, ist Thomas Minder, Kopf hinter der Volksinitiative «Gegen die Abzockerei». Er fordert, Topmanager auch bei schlechter Performance in die Pflicht zu nehmen. Der Wissenschaftler in der Runde, Stephan Hostettler, gab zu bedenken: «Das Problem liegt in der Messung der Leistung eines CEO.» Werde individuelles Streben aus dem Markt genommen, schade das der Wirtschaft, sagte der HSG-Lehrbeauftragte und Unternehmensberater. Dass eine Diskussion über absolute Zahlen aber müssig sei, fand nicht nur Hostettler, sondern auch Dominique Biedermann von Ethos und Kämpfer für Aktionärsrechte. Biedermann macht vor allem die grösser werdende Lohnschere Sorgen; er fordert für Aktionäre eine konsultative Abstimmung über die Lohnpolitik.

Mit Kaderleuten täglich zu tun hat Headhunter Pascal C. Forster von Forster Reichstein Associates. Er wies darauf hin, dass in Lohnverhandlungen das Angebot und die Nachfrage entscheide und sich die ganze Diskussion nicht an Einzelbeispielen aufhängen lasse. Stimmen aus dem Publikum bemerkten hierzu, dass das Wohl eines Unternehmens auch nicht nur von einer Person allein abhänge. Im Namen der Schweizerischen Kader-Organisation, die zur Runde geladen hatte, rief schliesslich Geschäftsführer Urs Meier die Unternehmer dazu auf, nachvollziehbare Entschädigungsregelungen zu schaffen.