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Start-up
Skype-Gründer kämpft gegen WhatsApp

Rund 40 Programmierer kümmerten sich um das jüngste Kind des Skype-Mitgründers Janus Friis. Ihre Arbeit soll WhatsApp und anderen Nachrichten-Apps Beine machen. Die Firma sitzt in der Schweiz.

Veröffentlicht am 03.12.2014

Eine neue Kommunikations-App aus der Schweiz will WhatsApp und Co Konkurrenz machen. Die Anwendung «Wire» ist für Kurznachrichten, Anrufe sowie das Teilen von Musik und Videos gedacht. Sie soll nahtlos auf Smartphones, Tablets und PCs funktionieren, wie das Gründer-Team am Mittwoch bekanntgab. Die Firma hat ihren Sitz in der Schweiz und ein Entwicklungszentrum in Berlin.

Der Markt für Internet-Kommunikation ist hart umkämpft. Eine zentrale Rolle spielt der Kurznachrichtendienst WhatsApp mit über 600 Millionen Nutzern. Die schon lange angekündigte Anruf-Funktion wurde zwar immer noch nicht umgesetzt, aber WhatsApp kann auf die Infrastruktur des neuen Besitzers Facebook bauen. Im Geschäft ist auch noch der Pionier Skype, der heute zu Microsoft gehört. Skype-Mitgründer Janus Friis ist einer der Unterstützer von «Wire».

Erfahrenes Team

Das Team hinter «Wire» hat Erfahrung in dem Markt. Wire-Mitgründer und CEO Jonathan Christensen arbeitete zuvor unter anderem am MSN Messenger bei Microsoft. Technik-Chef Alan Duric war bei einem Anbieter von Internet-Telefonie.

Seit Mittwochmorgen ist das Werk von Janus Friis, Jonathan Christensen und rund 40 Programmierern nun online. Die «Wire»-App läuft sowohl auf iPhones und iPads als auch auf Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android. Eine Version für Windows soll folgen.

Eigene Audio-Technologie

Nutzer können sich über die App auch zu Gruppen zusammenfinden und miteinander chatten, ausserdem lassen sich Telefonate kostenlos führen. Wire habe dafür eine eigene Audio-Technologie entwickelt. Eine Videotelefonie-Funktion gibt es allerdings noch nicht. «Das steht aber auf unserer Agenda», sagte Jonathan Christensen im Gespräch mit der «Welt».

Wire will den Dienst auch in Zukunft kostenlos halten und nicht wie WhatsApp eine Jahresgebühr erheben. Auch Nutzerdaten sollen nicht an Werbetreibende verkauft werden. In Planung sind aber Premium-Dienste, sagte Christensen. Details wollte er noch nicht verraten.

(awp/ise/ama)

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