Der Berner Fluggesellschaft SkyWork macht der anhaltend grosse Kostendruck zu schaffen. Die Airline will sparen und mehr Einnahmen generieren. Der bisherige Verwaltungsratspräsident, Rolex-Erbe Daniel Borer, tritt in die zweite Reihe zurück.

Borer sieht seine Aufgabe als Anfangsinvestor erfüllt, wie aus einer Mitteilung der Berner Fluggesellschaft vom Dienstag hervorgeht. Der Arzt, der zur Gründerfamilie der Uhrenfirma Rolex gehört, hatte in der Vergangenheit stets betont, er werde maximal 50 Mio. Franken in die Fluggesellschaft investieren.

Borer trete «wie vorgesehen» als Aktionär in die zweite Reihe zurück, schreibt die Airline weiter. Neuer Verwaltungsratspräsident bei SkyWork wird Sébastien Mérillat.

Tomislav Lang, der die Fluggesellschaft massgeblich mit aufgebaut hat, wird Miteigentümer von SkyWork. Neben seiner Tätigkeit als CEO wird Lang auch Delegierter des Verwaltungsrats.

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Mehr Einfluss beim Flughafen

Mit diesen Schritten könne sich Borer künftig freier anderen Projekten widmen, wie etwa der Stärkung des Flughafenstandorts Bern-Belp, schreibt SkyWork.

Vergangenen Dezember sorgte eine Investorengruppe rund um Borer für Schlagzeilen mit einer möglichen Übernahme der Berner Flughafenbetreiberin Alpar.

Borer, dessen Airline rasant wuchs, sei die Alpar zu behäbig, wurde vermutet. Die Airline hat schon öfters zu verstehen gegeben, dass sie sich als Homebase Carrier in Bern-Belp eine bessere Behandlung wünscht.

Dies wohl nicht zuletzt auch aus finanziellen Gründen. Denn, so wurde ebenfalls vermutet, Skywork schreibe trotz Wachstum schlechtere Zahlen als erwartet. Das Unternehmen gab sich bislang in Sachen Zahlen zugeknöpft.

Wenige Tage nach Bekanntwerden eines möglichen Machtkampfs zwischen SkyWork und Alpar im Dezember setzten die beiden Unternehmen indessen auf Dialog. Borer liess auch durchblicken, dass dabei auch die Flughafentaxen ein Thema sein dürften.

Vereinzelte Stellen werden abgebaut

Am Dienstag nun teilte SkyWork mit, dass der Kostendruck in der Luftverkehrsbranche auch vor der Berner Airline nicht Halt mache. Deshalb müsse sich das Unternehmen für die Zukunft mit einem Programm zur Effizienzsteigerung «fit trimmen».

Vereinzelt werden auch Stellen abgebaut. Dieser Abbau soll sich aber auf ein Minimum beschränken und möglichst über natürliche Fluktuationen aufgefangen werden.

Bereits seien erste Massnahmen zur Effizienzsteigerung umgesetzt worden, heisst es bei SkyWork. So wurde ein neues Cateringkonzept eingeführt, das Marketingbudget gekürzt und erste Verhandlungen mit Zulieferern zur Kostensenkung geführt.

Auf der Ertragsseite würden neue Angebote erarbeitet, wie etwa Reiseversicherungen oder eine elektronische Sitzplatzreservation.

(rcv/tke/sda)
 

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Diese Firmen bauen Stellen ab: