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Aviatik
Skywork: Zu klein zum Überleben

Skywork-Flieger: Betrieb eingestellt.

In der Luftfahrt tobt die Konsolidierung. Nun ist auch der Skywork das Geld ausgegangen. Das war abzusehen.

Kommentar  
Von Tim Höfinghoff
am 30.08.2018

Nein, das Ende von Skywork ist keine Überraschung. Schon lange mühte sich die Mini-Airline aus Bern, das passende Geschäftsmodell zu finden. Nun hat sie am Mittwochabend wegen Überschuldung den Dienst eingestellt und die Betriebsbewilligung an das Bundesamt für Zivilluftfahrt zurückgegeben.

120 Mitarbeiter verlieren ihren Job, 11'000 Kunden bleiben auf ihren Tickets sitzen. Ja, das ist alles sehr schade – für die Mitarbeiter, für die Kunden, für den Flughafenbetreiber. Und schade für die Schweizer Aviatik: Skywork schreibt, «mit der Stilllegung verabschiedet sich die letzte echte Schweizer Linienfluggesellschaft vom Himmel».

Doch für Sentimentales ist kein Platz, in der Luftfahrtbranche tobt die Konsolidierung. Die Auslese ist hart. Air Berlin ist weg, die neue Belair ist trotz mehrfachen Ankündigungen nicht abgehoben. Und bei Skywork war abzusehen, dass es alles andere als gut bestellt ist um das Unternehmen.

Unklar, wer die Investoren sind

Erst vor einem Jahr, im Oktober 2017, musste die Airline den Betrieb aus finanziellen Gründen einstellen. Solch ein Grounding, auch wenn nur für kurze Zeit, ist natürlich ein Desaster für das Image, verunsichert Mitarbeiter und Kunden. Trotzdem machte Skywork-Chef Martin Inäbnit weiter, kündigte neue Routen an. Woher das Geld kam, wer seine Investoren sind: Das alles war nie so richtig klar.

Dabei ist Skywork einfach zu klein gewesen. Das fängt schon beim Einzugsgebiet der Kunden an. Es gibt zu wenige Reisende, um eine Linienfluggesellschaft ab Bern-Belp zu betreiben. Und sie haben mit Basel und Zürich ohnehin zwei attraktive Alternativen, in Basel führt der Billigflieger Easyjet, in Zürich dominiert der Lufthansa-Konzern mit Swiss und Edelweiss. Hinzu kommt: Wenn es für Berner Kunden richtig interessant wird, also im Sommer direkt zu Ferienorten zu fliegen, dann kommt auch noch Helvetic Airways nach Bern und sammelt die Kunden ein. Da kann Skywork nicht mithalten, als kleiner Anbieter an einem kleinen Airport. Sechs Maschinen vom Typ Saab 2000 und bis zu 22 Zielen im Sommer, das reicht nicht zum Überleben.

Bedarf an Personal ist gross

Und nun? Die fliegenden Skywork-Mitarbeiter können sich ein wenig damit trösten, dass derzeit der Bedarf an Piloten und Kabinenpersonal gross ist, alle Airlines suchen dringend Personal.

Für die Passagiere heisst es jetzt weniger Auswahl. Die etablierten, grossen Airlines werden derweil noch grösser. Sie schliessen die Mini-Lücke, die Skywork hinterlässt.

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